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Sportlerehrung 2014

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede des Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs anlässlich der Sportlerehrung 2014 am 27. November 2014, 19.30 Uhr, im Alten Rathaus

Anrede,

frei nach Franz Beckenbauer "Ja ist denn schon wieder Sportlerehrung?", darf ich Sie und Euch alle heute recht herzlich hier im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses zur Sportlerehrung 2014 willkommen heißen.

Als Oberbürgermeister der Stadt Regensburg habe ich heuer das erste Mal die Ehre und das Vergnügen, die alljährliche Ehrung unserer Sportlerinnen und Sportler aus Spitzen- und Breitensport vorzunehmen.

"Zweimal ist Brauchtum und dreimal Tradition" so formuliert man es bei uns in Bayern etwas salopp, wenn eine liebgewordene Veranstaltung zur Institution geworden ist, zu etwas, auf das man nicht mehr verzichten kann.

Genau so ist es mit der traditionellen Sportlerehrung, in den 50er Jahren ins Leben gerufen, seit 1965 von der Stadt durchgeführt und seit Mitte der 80er Jahre hier im Historischen Reichssaal zu Hause.

Nicht in Turnhallen oder auf Sportplätzen, wo Sie/Ihr sonst Eurer großen Leidenschaft dem Sport nachgeht, sondern an dem Ort, den die Regensburgerinnen und Regensburger gerne "die gute Stube der Stadt" nennen, dem geschichtsreichen Reichssaal, sollen Ihre/Eure Leistungen heute im Mittelpunkt stehen und Regensburger Sport-Geschichte geschrieben werden.

Mehr als 200 Einzelsportler und rund 30 Mannschaften werden heute geehrt, das ist eine stolze Zahl, die viele stolz machen kann, nicht nur die Athletinnen und Athleten sondern auch die vielen, die ihren Teil dazu beigetragen haben, dass diese Erfolge möglich waren.

Wenn man bedenkt, dass über 50.000 Regensburgerinnen und Regensburg in 147 Sport- und 38 Schützenvereinen aktiv sind, also ein Drittel aller Einwohner dieser Stadt, dann wird wohl jedem klar sein, welch bedeutende Rolle der Sport in der "Sport- und Welterbestadt" Regensburg hat.

Werfen wir einen Blick zurück in das zu Ende gehende Sportjahr 2014: Anfang des Jahres konnte der Grundstein für das Stadion, die Conti-Arena, gelegt werden.

In Punkto Stadionbau gibt es unterschiedliche Sichtweisen über Sinn und Zweck des Baus und den damit verbundenen Kosten von 55 Millionen Euro. Diese Kosten beinhalten auch die dazugehörende Infrastruktur.

Das Stadion wird nicht - wie viele immer behaupten - für den SSV Jahn Regensburg und die Fußballer gebaut, sondern für uns alle, das Publikum. Für über 600.000 Menschen in der Region rund um Regensburg ist unsere Stadt der Mittelpunkt in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Wir haben somit eine Verantwortung für diese Menschen - auch im Bereich Sport.

Auf ein Sportereignis, das seit 2010 seinen festen Platz im Terminkalender der Stadt hatte, mussten wir dieses Jahr leider verzichten: den Ironman.

Trotz aller Bemühungen der Stadt und des Landkreises war es nicht möglich, diese Veranstaltung mit dem Organisator wieder auf die Beine zu stellen.

Wir sind aber in Verhandlungen mit einem anderen Anbieter, mit dem Ziel, für 2016 wieder eine Triathlon-Veranstaltung über die Langdistanz in unsere Stadt zu bekommen. Die Veranstaltung soll aber auch einen anderen Ansatz verfolgen wie der Ironman.

Diese neue Veranstaltung soll auch mehr für die vielen Sportinteressierten in unserer Stadt bieten und das nicht nur am Event-Wochenende, sondern das ganz Jahr hindurch.

Der Regensburg-Marathon, der 2012 mal eine einjährige Pause eingelegt hatte, ist wieder fest im Programm der Sportstadt Regensburg verankert und damit auch 2015 wieder am Start.

Vieles konnte in Spitzen- und Breitensport wieder bewegt werden, wozu die Stadt Regensburg gerne ihren Beitrag leistet.

Im Jahr 2014 sind 2,4 Millionen Euro zu nennen, die von der Stadt als direkte Leistung den Vereinen zur Verfügung gestellt wurden. Auch im kommenden Jahr 2015 sind dafür 3,3 Millionen Euro vorgesehen.

Von der Sozial- und Sportstiftung der Stadtwerke wurden schon über 430.000 Euro an die Vereine und Organisationen für Sozial- und Sport-Projekte ausgeschüttet, das sind jährlich rund 30.000 Euro.

Auch in Punkto Übungsleiter-Vergütung hat die Sportstadt Regensburg die Nase vorne: Wir sind die einzige Kommune in der Bundesrepublik Deutschland, bei der die Übungsleiter nicht - wie überall anders - mit einer Pauschale bezahlt werden, sondern nach den erbrachten Leistungen.

Die Stadt Regensburg unterhält 43 eigene Sporthallen und 39 Sportplätze – nicht vergessen werden darf da das Eisstadion, drei Schwimmbäder und demnächst das Fußballstadion.

Im April dieses Jahres konnten wir bei der Dreifachturnhalle des Albertus-Magnus-Gymnasiums Richtfest feiern und im Frühjahr 2015 wird sie bezugsfertig sein.

Ebenfalls im April wurde die „Bezirkssportanlage Ost“ eröffnet, die aus den Bundeswehr-Sportanlagen in der Guerickestraße hervorgegangen ist.

Das sanierte und verbesserte Leichtathletik-Zentrum am Weinweg hat bei der Bayerischen Leichtathletik-Meisterschaft mit der ersten Veranstaltung schon seine Bewährungsprobe bestanden. Die beleuchtete 400 Meter-Laufbahn dort ist einmalig in Bayern.

Soweit der Rückblick auf Vergangenes, schauen wir nun nach vorne ins Jahr 2015, das sich mit Fug und Recht als "Sportjahr" bezeichnen kann, ich will Ihnen/Euch auch sagen warum.

Der Veranstaltungskalender ist wieder reich gefüllt:

  • im Januar steht bereits zum 42. Mal das Internationale Bambini-Eishockeyturnier auf dem Programm
  • im Mai können wir uns auf den Regensburg-Marathon und die Bayernrundfahrt freuen, ein Highlight des Sportjahres, das in Regensburg starten wird
  • im Juni heißt es dann Leichtathletik Gala und im Juli bereits zum 31. Mal Arber-Rad-Marathon
  • der August hält den Regensburg-Triathlon für die Athletinnen und Athleten bereit, der auch für die Zuschauer ein Spitzensport-Ereignis darstellt

In der Sportstadt Regenburg ist nicht nur der Spitzen- sondern auch der Breitensport mit Top-Veranstaltungen vertreten, auf die Akteure wie Zuschauer hin fiebern: Da gilt es Veranstaltungen von A wie Altstadtlauf bis Z wie Zehnkampf für Jedermann.

Nicht zu vergessen ist das Hans-Starzinger-Tischtennis-Turnier, der Nepallauf, die Nordic Walking Tour oder der 16. Regensburger Leukämielauf.

Was einmal als eine kleine Laufveranstaltung begonnen hat, entwickelte sich mit den Jahren zum größten Benefizlauf im ganzen Freistaat mit mehr als 3.200 Läufern und Walkern.

Wir können uns im Juli auch auf die Eröffnung der Conti-Arena freuen sowie - wohl Ende des Jahres - auf die Eröffnung des neuen Sportinternats Regensburg, das in unmittelbarer Nähe zur Armin-Wolf-Arena seinen Standort hat.

Im Oktober diesen Jahres haben wir dafür den Grundstein gelegt, das war ein wichtiger Tag für die Förderung des Spitzensports in unser Stadt.

Die Stadt Regensburg tut wirklich viel für den Sport, für seine Sportlerinnen und Sportler, aber auch umgekehrt stellt der Sport eine große Bereicherung für unsere Stadtgesellschaft dar, ist ein Geschenk an die Bürgerinnen und Bürger, da er mehr ist, als nur das Training des Körpers zum Erlangen höherer Leistungsfähigkeit und von Siegen.

Stichwort: Integration

Gerade jetzt, wo zahlreiche Flüchtlinge bei uns Zuflucht und ein Zuhause suchen, kann der Sport seine integrative Kraft unter Beweis stellen. Er kann Menschen verschiedener Herkunft und Sprache einander näherbringen, kann Traumata abbauen.

Schon einmal haben wir - besonders hier in Bayern - direkt nach dem Zweiten Weltkrieg Flüchtlingen ein neues Zuhause geben können, der Sport spielte auch damals schon eine nicht unbedeutende Rolle.

Besonders freut es mich, dass die vom Sportamt initiierte Arbeitsgruppe „Sport für Flüchtlinge“ mit reger Beteiligung gestartet ist und schon erste Ideen umgesetzt hat.

Stichwort: Inklusion

Im Juli 2015 wird es einen "Inklusions Sporttag" geben.

Die Teilhabe von Menschen mit einer Beeinträchtigung, einer Behinderung, am alltäglichen Leben, auch am Sport, ist eine wichtige Aufgabe und große Herausforderung.

Beispielhaft möchte ich die SG BeNi Regensburg e.V., die Sportgemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter an der Universität Regensburg nennen.

Sie kann nächstes Jahr schon ihr 30-jähriges Bestehen feiern und hat gerade auch in Punkto Inklusion tolle Arbeit geleistet.

Stichwort: Ehrenamt

All die Erfolge und Siege wären nicht möglich, wenn sich nicht unzählige Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich im Sport in Regensburg einbringen würden. Wie heißt es immer so schön: „Hinter jedem großen Mann steht eine starke Frau“ oder anders gesagt: „Hinter jedem großen Sportler stehen immer starke Helfer“.

Vom Vereinsvorstand, Abteilungs- und Übungsleiter bis hin zum Trainer und Betreuer, Kampfrichter und Platzwart, sie alle tragen tagtäglich dazu bei, das wir heute wieder die Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2014 ehren dürfen.

Dafür sage ich allen Verantwortlichen noch einmal meinen herzlichen Dank.

Schreiten wir nun zur Sportlerehrung 2014