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Laudationes Stadtfreiheitstag 2014

Verleihung der Goldenen Bürgermedaille an Bürgermeister a. D. Gerhard Weber, der Silbernen Bürgermedaille an Stadtrat a. D. Peter Welnhofer, der Stadtschlüssel an Prof. Dr. Reinhard Andreesen und an Dr. Hans Brockard sowie der Matthäus-Runtinger-Medaille an Claus Kellnberger

-Es gilt das gesprochene Wort-

Verleihung der Goldenen Bürgermedaille an Bürgermeister a. D. Gerhard Weber und der Silbernen Bürgermedaille an Stadtrat a. D. Peter Welnhofer

Mit Magistratsbeschluss vom 30.4.1913 wurden die Goldene und Silberne Bürgermedaille geschaffen.

Die Auszeichnungen können an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in besonderer Weise um das Wohl oder das Ansehen der Stadt Regensburg verdient gemacht haben.

Die Gesamtzahl der lebenden Inhaber der Goldenen und Silbernen Bürgermedaille soll 25 nicht überschreiten.

In diesem Jahr hat der Stadtrat beschlossen, zwei Bürgermedaillen zu verleihen.

Herr Bürgermeister a. D. Gerhard Weber wird mit der Goldenen Bürgermedaille, Herr Stadtrat a.D. Peter Welnhofer mit der Silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet.

Verleihung der Goldenen Bürgermedaille an Bürgermeister a. D. Gerhard Weber

Sehr geehrter Herr Weber,

mit Fug und Recht darf man behaupten, dass Sie eine Persönlichkeit sind, die sich nie gescheut hat, Verantwortung zu übernehmen. Insbesondere dann nicht, wenn es um das Wohl der Allgemeinheit in unserer Stadt ging.

Sie begannen Ihre politische Karriere in der Jungen Union, deren Regensburger Kreisvorsitzender Sie vier Jahre lang waren. 1970 traten Sie in die CSU ein.

1978 wurden Sie erstmals in den Stadtrat der Stadt Regensburg gewählt und gehörten diesem Gremium bis April dieses Jahres ununterbrochen an. Der Stadtrat wählte Sie in den Jahren 1996, 2002 und 2008 zum zweiten Bürgermeister.

Als zuständiger Bürgermeister für die Bereiche Schule, Jugend und Sport setzten Sie sich für ein kinder- und familienfreundliches Klima in Regensburg ein. Aus dem Modellprojekt „Familien- und Kinderfreundlichkeit in der Kommune“, einer Initiative des Bundesamtes für Familie, Senioren Frauen und Jugend, an dem sich Regensburg beteiligte, entwickelte sich in der Stadt unter Ihrer Führung das „Bündnis für Familie“. Im Jahre 2005 wurde Regensburg von der Bayerischen Staatsregierung als familien- und kinderfreundliche Stadt ausgezeichnet.

Ein Zahlenbeispiel belegt Ihre erfolgreiche Arbeit deutlich: Gab es zu Beginn Ihrer Amtszeit für Kinder bis zu drei Jahren nur wenig Betreuungsplätze, die Gott sei Dank schon von der damaligen Oberbürgermeisterin Christa Meier – teils gegen erhebliche Widerstände – eingeführt wurden, so sind es derzeit knapp 1200.

Für den Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Regensburg zeichneten Sie ebenso verantwortlich wie für die Einrichtung und den Ausbau der Jugendsozialarbeit. Neben der Errichtung von Jugendzentren wurden auf Ihren Vorschlag hin Schulhöfe in der Innenstadt auch außerhalb der Unterrichtszeiten geöffnet. Die Kinderstadt „Mini-Regensburg“, die alle zwei Jahre für drei Wochen in den Sommerferien entsteht, erfreut sich seit 2008 großer Beliebtheit.

Darüber hinaus haben Sie schon früh erkannt, dass die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe neu definiert und organisiert werden muss. Bereits zwei Jahre nach Ihrem Amtsantritt nahm die erste Sozialarbeiterin an einer Hauptschule ihren Dienst auf.

Im Schulbereich setzten Sie von Beginn an neue Maßstäbe. Ihr erklärtes Ziel war, ein modernes Schulwesen in Regensburg zu schaffen. So wurde der Anteil an Investitionen für Schulen innerhalb kürzester Zeit verdoppelt. Zahlreiche Schulneubauten und Schulsanierungen wurden unter Ihrer Verantwortung durchgeführt.

Beispielhaft möchte ich den Neubau des städtischen Von-Müller-Gymnasiums als erstes öffentliches Ganztagsgymnasium Ostbayerns sowie den Neubau der Hauptschule Burgweinting als Ganztagessschule oder die zeitgemäße Ausstattung der drei kommunalen Berufsschulen nennen. Mittlerweile kann die Stadt Regensburg stolz auf insgesamt 19 Schulen blicken, die eine Ganztagsbetreuung anbieten.

Sehr geehrter Herr Weber, Sie sind ein Mensch, der auch über den Tellerrand hinausblickt und waren daher maßgeblich am Zustandekommen einer Vereinbarung mit dem Landkreis Regensburg zur bedarfsgerechten Versorgung des Raumes Regensburg mit den erforderlichen Unterrichtsräumen für die öffentlichen Realschulen und Gymnasien beteiligt.

Als sogenannter „Sportbürgermeister“ intensivierten Sie insbesondere die Förderung des Breitensports. Im Jahr 2000 wurden auf Ihre Initiative hin neue Sportförderrichtlinien erlassen, die richtungweisende und grundsätzliche Aussagen über die künftige Sportpolitik enthielten. Diese Richtlinien werden nach Bedarf aktualisiert und haben bereits mehreren bayerischen Kommunen als Vorbild gedient.

Zahlreiche Sportereignisse, zunehmend mit internationalem Charakter – beispielweise wurden bei der Baseball-WM 2009 die Gruppenspiele der Gruppe E mit dem Titelverteidiger USA in Regensburg ausgetragen –, konnten während Ihrer Amtszeit realisiert werden.

Als Bürgermeister der Stadt Regensburg repräsentierten Sie unsere Stadt in verschiedenen Gremien. Von 1996 bis 2008 waren Sie Mitglied im Sozialausschuss und ab 2008 Mitglied im Schulausschuss des Bayerischen Städtetages.

Den Bayerischen Städtetag wiederum vertraten Sie von 1996 bis 2008 im Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings und gehörten ab dem Jahr 2000 der regionalen Jugendhilfekommission Niederbayern und Oberpfalz an.

Abgeordnet vom Bayerischen Städtetag in die Ausschüsse für Soziales, Jugend und Familie sowie Sport des Deutschen Städtetages waren sie 1996 bzw. ab 2002.

Ihre Arbeit in all diesen Gremien war geprägt von hoher Sachkompetenz und gegenseitigem Vertrauen. Sie verstanden es immer, Ihr großes Erfahrungswissen einzubringen.

Darüber hinaus nahmen Sie Tätigkeiten in Verwaltungs- bzw. Aufsichtsräten städtischer Tochtergesellschaften wahr, wie z. B. im Aufsichtsrat der Stadtwerke oder der Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co.

In all den Jahren Ihrer Stadtrats- und Bürgermeisterzeit waren Sie maßgeblich an vielen Entscheidungen beteiligt, die sowohl für die genannten Unternehmen als auch für die Stadt Regensburg wegweisend waren. Aber auch für die Region waren die Auswirkungen enorm, sei es in der Verbesserung der Infrastruktur durch ansprechende Freizeiteinrichtungen und Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr, in der Bereitstellung einer sicheren und preisgünstigen Energie- und Trinkwasserversorgung für Privat- und Firmenkunden oder als attraktiver Arbeit- und Auftraggeber.

Ein weitergehendes ehrenamtliches Engagement im Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V., im BRK Kreisverband Regensburg und im Bezirksjugendring-Ausschuss rundet Ihren gesellschaftlichen Einsatz ab.

Für Ihr Wirken wurden Sie 2001 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze und 2008 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnet.

Sehr geehrter Herr Weber, auf allen Ebenen – als Politiker und als Mensch – haben Sie immer mehr als das Notwendigste geleistet, um gute und reale Ziele zu erreichen. Dies taten Sie mit hoher Kompetenz, Taktvoll und mit Fairness.

Ihr umfassendes und langjähriges Engagement für Regensburg würdigt der Stadtrat mit der Verleihung der Goldenen Bürgermedaille.

Ich darf Dir sehr herzlich und in Dankbarkeit zu dieser Auszeichnung gratulieren.

 

Verleihung der Silbernen Bürgermedaille an Herrn Stadtrat a.D. Peter Welnhofer

Sehr geehrter Herr Welnhofer, bereits mit 19 Jahren sind Sie der CSU beigetreten. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1972, wurden Sie Mitglied im Kreisvorstand der Regensburger CSU und übernahmen von 1991 bis 2007 das Amt des Kreisvorsitzenden.

Obwohl Ihr Studium der Rechtswissenschaften und der sich anschließende Dienst in der allgemeinen inneren Verwaltung sowie als Richter viel Zeit in Anspruch nahmen, haben Sie sich dennoch Freiräume für Ihr politisches Engagement geschaffen. Wie bei vielen ehrenamtlich Tätigen mussten dabei Ihre Familie und Hobbies oftmals zurückstehen.

1978 wurden Sie erstmals in den Stadtrat der Stadt Regensburg gewählt und gehörten diesem 36 Jahre lang an. Sechs Jahre – von 1984 bis 1990 – waren Sie zudem Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion.

Während Ihrer Stadtratstätigkeit engagierten Sie sich in zahlreichen Stadtratsausschüssen und brachten sich auch in den Gremien der städtischen Tochterunternehmen ein.

Sie wirkten erfolgreich an der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen, die für die weitere Entwicklung der Stadt Regensburg bedeutend waren, mit und waren in die verschiedensten Themenbereiche eingebunden. Mit Ihrem umfangreichen juristischen Wissen waren Sie stets eine große Unterstützung und durchdachten anstehende Entscheidungen anhand vielfältiger Gesichtspunkte.

Die Liste der von Ihnen mitgetragenen wegweisenden Entscheidungen für die Stadt Regensburg ist lang; ich möchte nur drei Beispiele nennen:

  • die Realisierung von umfangreichen und kostenintensiven Straßenbaumaßnahmen,
  • Beschlüsse zur Weiterführung der Altstadtsanierung oder
  • die Einführung des städtischen Verkehrsüberwachungsdienstes.

So manche Entscheidungsprozesse waren langwierig und beschwerlich. Sie haben unermüdlich an der Realisierung mitgearbeitet und hatten dabei stets das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger vor Augen. Sie waren kein sog. „Mitläufer“, vielmehr haben Sie sich immer Ihre eigene Meinung gebildet, diese konsequent vertreten und haben sich nicht von Widerständen beirren lassen.

Neben Ihrer Stadtratstätigkeit engagierten Sie sich mit großem Einsatz für die Hochschulen in Regensburg. So waren Sie Mitglied im Kuratorium der Universität Regensburg und gehörten auch dem Kuratorium der Fachhochschule Regensburg – mittlerweile Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg – an. In dieser Funktion trugen Sie dazu bei, die Interessen der Hochschulen in der Öffentlichkeit zu unterstützen und leisteten insbesondere Hilfestellung bei der Erfüllung des Forschungs- und Lehrauftrags der Hochschulen.

Darüber hinaus wurden Sie im Oktober 1986 für den Stimmkreis Regensburg-Stadt in den Bayerischen Landtag gewählt. Insgesamt waren Sie fünf Wahlperioden lang – also 22 Jahre – als Regensburger im Bayerischen Landtag vertreten und haben sich auch hier entschlossen für die Belange Ihrer Heimatstadt und Region eingesetzt. Als Mitglied des Stadtrates waren Ihnen die Anliegen und Bedürfnisse der Stadt Regensburg bestens vertraut und Sie haben diese auf Landesebene tatkräftig unterstützt und vorangetrieben.

Für Ihr umfangreiches politisches Wirken wurden Sie zu Recht mit der Kommunalen Verdienstmedaille sowie dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Sehr geehrter Herr Welnhofer, über vier Jahrzehnte haben Sie sich der politischen Arbeit gewidmet; dabei lag das Wohl der Stadt Regensburg jederzeit in Ihrem Fokus. Regensburg steht heute so gut wie noch nie da und Sie haben an dieser Entwicklung teilgehabt. Ich freue mich, Ihnen für Ihr Engagement die Silberne Bürgermedaille überreichen zu dürfen und gratuliere Ihnen herzlich.

 

Verleihung der Stadtschlüssel an Prof. Dr. Reinhard Andreesen

Der Stadtrat hat am 25.05.2004 beschlossen, die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ zu schaffen. Mit den Stadtschlüsseln können Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben haben.

Ich freue mich, diese Auszeichnung heute zwei Personen überreichen zu dürfen, die sich seit vielen Jahren für unsere Stadt engagieren.

Sehr geehrter Herr Prof. Andreesen, lieber Reinhard, als Wissenschaftler und Arzt setzen Sie sich seit über 30 Jahren für die Gesundheit von Menschen und für die Verbesserung der medizinischen Infrastruktur ein.

Bereits als Student begannen Sie, sich für die Menschen in Afrika zu engagieren.

Sie mögen es mir verzeihen, dass ich mich heute im Wesentlichen auf Ihre Verdienste um das Wohl in der Region beschränke und daher nur kurz auf Ihr Engagement in Afrika eingehe.

Auf Ihre Anregung hin gründete sich im Jahre 1976 die „Initiative Lesotho“, ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Bildung und Gesundheit in Ländern der Dritten Welt. Bis dato sind Sie immer noch der 1. Vorsitzende.

Erstes Projekt des Vereins war die Unterstützung einer Krankenstation in Lesotho. Mittlerweile wurden zahlreiche Krankenstationen und Kindergärten errichtet und – dies ist besonders wichtig – einheimisches Personal für einen selbständigen Betrieb ausgebildet.

Beeindruckend war die Errichtung einer komplett eigenständigen Schule, der Bonga-Schule, in einer besonders armen Region des Zululandes. Diese dreigliedrige Schule – 1100 Schüler werden hier unterrichtet – gibt der ganzen Region Hoffnung auf eine positive Entwicklung.

In Regensburg und in Ostbayern verbindet die Bevölkerung Ihren Namen insbesondere mit dem Kampf gegen Leukämie.

Bereits in den Neunziger Jahren wurde Ihre Idee zur Gründung eines Vereins zur Unterstützung Leukämiekranker diskutiert. Die Gespräche mündeten schließlich im Jahre 2000 in der offiziellen Vereinsgründung der Leukämiehilfe Ostbayern, deren 1. Vorsitzender Sie seither ununterbrochen sind.

Die Leukämiehilfe Ostbayern leistet einen unschätzbaren Beitrag im Kampf gegen diese heimtückische Blut- und Knochenmarkserkrankung, die Menschen jeder Altersgruppe treffen kann. Die mittlerweile 14 Jahre andauernde Arbeit des Vereins ist nicht nur geprägt von zahlreichen Veranstaltungen - ich denke dabei beispielsweise an den Leukämielauf – und Aktivitäten, die die Krankheit immer wieder ins Bewusstsein der Menschen rücken, sondern auch von der grenzenlosen Hilfe für Betroffene und deren Angehörige.

Sie, sehr geehrter Herr Prof. Andreesen, haben mit Ihrem Engagement einen wesentlichen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Vereins. Ihnen ist es zu verdanken, dass zahlreiche Projekte, die es bislang in Regensburg und Ostbayern so noch nicht gab, angestoßen werden konnten und von Kostenträgern, zumindest teilweise, übernommen wurden.

Zwei prominente Beispiele für derartige Projekte sind die Brückenpflege und die Patienten-Angehörigen-Wohnung: Die Brückenpflege soll Krebspatienten lange Krankenhausaufenthalte ersparen und ihnen so viel Zeit wie möglich zuhause in ihrer vertrauten Umgebung ermöglichen. Speziell geschulte Mitarbeiter bauen für die Patienten eine "Brücke" zwischen Schwerpunktklinik und häuslichem Bereich.

Die Leukämiehilfe Ostbayern mit Ihnen an der Spitze unterstützte im Jahr 2003 großzügig den Aufbau dieser Brückenpflege am Universitätsklinikum Regensburg.

Die „Angehörigenwohnung“ in der Nähe des Universitätsklinikums ermöglicht Familienmitgliedern, die zum Teil weite Wege für einen Besuch zurückzulegen haben, so viel Zeit wie möglich am Krankenbett zu verbringen.

Eine weitere Idee, die Sie umgesetzt haben, ist die Geschwister-Sprechstunde. Für Angehörige, besonders Geschwister, aber auch für die die Betroffenen selbst, ist es oft schwierig, mit der Krankheit Leukämie umzugehen. Viele Fragen tauchen auf - Ängste, Hoffnungen, Unsicherheiten. In der Kinder- und Geschwistersprechstunde wird versucht, die bestehenden Ängste zu minimieren.

Die von mir soeben aufgeführten Maßnahmen und darüber hinaus noch viele weitere haben Sie initiiert und geplant. Es ist nicht nur Ihrer medizinischen Kompetenz, sondern auch Ihrem nimmermüden Engagement, Ihrem diplomatischen Geschick und nicht zuletzt Ihren exzellenten Kontakten zu verdanken, dass viele Projekte begonnen werden konnten und sich erfolgreich und nachhaltig zum Nutzen unzähliger Leukämie-Patienten entwickelt haben.

 

Verleihung der Stadtschlüssel an Dr. Hans Brockard

Sehr geehrter Herr Prof. Andreesen, Sie sind ein Wissenschaftler und Arzt, der sich auf vielen Gebieten der Medizin, bei der Patientenversorgung und nicht zuletzt bei der Entwicklungshilfe national und international große Verdienste erworben hat und hohe Anerkennung genießt.

Lieber Reinhard, der Stadtrat der Stadt Regensburg hat am 25.9.2014 beschlossen, deine Verdienste mit den „Stadtschlüsseln“ zu würdigen und es ist mir eine besondere Ehre und Freude, dir heute die Auszeichnung überreichen zu dürfen und ich gratuliere dir hierzu sehr herzlich.

Sehr geehrter Herr Dr. Brockard, lieber Hans, Sie haben sich viele Jahre lang äußerst erfolgreich für das Wohl des Universitätsklinikums Regensburg eingesetzt und haben sich große Verdienste um den Auf- und Ausbau einer Krankenversorgung der höchsten Versorgungsstufe für Patienten in Ostbayern erworben.

Darüber hinaus gelten Sie als Gründungsvater von KUNO, der Kinder-Universitätsklinik Ostbayern, die für die bestmögliche kinder- und jugendmedizinische Versorgung in Ostbayern steht.

Von 1991 bis Dezember 2006 waren Sie als Kaufmännischer Direktor des Klinikums der Universität Regensburg tätig. 1991 kamen Sie als sog. „Gründungs-Verwaltungsdirektor“ von München nach Regensburg.

Durch eine unglaubliche organisatorische und strategische Leistung in der Aufbauphase gelang es der Verwaltung des Klinikums unter Ihrer Führung bereits einen Monat nach der Aufnahme des ersten stationären Patienten weitere 120 Betten in Betrieb zu nehmen und allen operativen Fächern einen regulären Operationsbetrieb zu gewährleisten.

In diesen ersten Jahren nach Inbetriebnahme des Klinikums leisteten Sie Pionierarbeit. Wo immer Sie es als notwendig und für das Klinikum vorteilhaft erachteten, lösten Sie sich bereitwillig und konsequent von traditionellen Strukturen, um Neuerungen voranzutreiben, ohne dabei kurzlebigen Modeerscheinungen im Krankenhausmanagement zu folgen.

Vielmehr konzentrierten Sie sich stets strategisch weitblickend auf die wesentlichen Aspekte der Führung eines Universitätsklinikums und entwickelten neue Prozesse, mit denen Sie den Betriebsablauf optimieren konnten.

Innerhalb kürzester Zeit wurde das Klinikum zum Maximalversorgungskrankenhaus für die Region Ostbayern. Heute steht das Regensburger Klinikum mit der höchsten Krankenversorgungsquote bundesweit mit an der Spitze.

Schlanke Managementstrukturen mit kurzen Entscheidungsprozessen, das kooperative und kollegiale Zusammenwirken von Ärzten, Pflegedienst und Verwaltung und die daraus resultierende positive Gesamtstimmung gehören zu den Stärken des Klinikums.

Darüber hinaus haben Sie sich, sehr geehrter Herr Dr. Brockard, aber noch weitere Verdienste um die gesamte Bevölkerung im ostbayerischen Raum erworben: Bis vor ein paar Jahren gab es in der Region Ostbayern kein Kinderkrankenhaus der höchsten Versorgungsstufe. Sie hatten schon früh erkannt, dass es diese Lücke zu schließen galt.

Die Mittelknappheit auf Landes- und Bundesebene, an der der weitere Ausbau des Universitätsklinikums zunächst gescheitert war, führte zur Entwicklung einer alternativen Finanzierungsidee, an der Sie nicht nur maßgeblich beteiligt waren, sondern deren Umsetzung Sie initiiert und vorangetrieben haben.

Nach dem Motto: „Wir bauen unsere Kinderklinik selbst!“ wurde eine überregional bedeutsame Spendenaktion ins Leben gerufen. Laufend in Sachen KUNO ehrenamtlich unterwegs, konnten Sie bald überzeugen und begeistern.

Dank Ihres Engagements gelang es innerhalb von nur drei Jahren, mehr als 6,5 Millionen Euro für das Projekt zu sammeln und den Freistaat Bayern zur Zustimmung zum Ausbau des Klinikums zu bewegen. 2006 erfolgte der erste Spatenstich durch den damaligen Bayerischen Staatsminister Dr. Thomas Goppel. 2010 konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden.

Zusätzlich zum Neubau am Universitätsklinikum wurde die Klinik St. Hedwig kräftig aufgerüstet. 11 Millionen Euro steuerte die KUNO-Stiftung zu den Projekten bei.

Damit dies alles Realität werden konnte, waren Sie an unzähligen Wochenenden und Abenden im Auftrag von KUNO unterwegs und opferten zahlreiche Stunden Ihrer Freizeit, um das Projekt voranzubringen.

Ihrer Diplomatie, Ihrer Feinfühligkeit und auch Ihrem Verhandlungsgeschick ist es zu verdanken, dass die Aktion auf allen Ebenen von Erfolg gekennzeichnet war und ist.

Auch wenn das Kinderklinikum mittlerweile längst Realität ist, ist die KUNO-Stiftung weiterhin in zahlreichen Projekten aktiv. Sie springt ein, wenn Krankenkassen nicht zahlen, sie finanziert spezifische Sonderausstattungen und schafft Stellen für psychologische Dienste, die sich nicht nur um die schwerkranken Kinder, sondern auch um deren Eltern kümmern. In der Kinderheilkunde wird tatsächlich die ganze Familie behandelt.

Lieber Hans, aufgrund deines außerordentlichen Engagements während des Aufbaus des Klinikums der Universität Regensburg, das weit über deine Dienstpflichten hinausging und bei der Verwirklichung des Kinder-Universitätsklinikums verleiht dir der Stadtrat der Stadt Regensburg die Auszeichnung „Stadtschlüssel“. Ich gratuliere dir hierzu von ganzem Herzen.

 

Verleihung der Matthäus-Runtinger-Medaille an Claus Kellnberger

Die mit Stadtratsbeschluss vom 26.07.1979 geschaffene Matthäus-Runtinger-Medaille kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich auf dem Gebiet der Wirtschaft, der Gesellschaft, im Arbeitsleben oder im vorpolitischen Raum große Verdienste um das Wohl oder das Ansehen der Stadt erworben haben. Die Gesamtzahl der lebenden Inhaber soll 25 nicht überschreiten.

Sehr geehrter Herr Kellnberger, seit vielen Jahren liegt Ihnen Regensburg als Unternehmer und Investor sehr am Herzen. Ihre unternehmerischen Anfänge lagen mit der Gründung des Autohauses Kellnberger zunächst in der Autobranche. Nach und nach verlagerten Sie Ihr Wirken dann in die Immobilienbranche.

Eines Ihrer herausragenden Projekte ist die Errichtung des KÖWE Center im Stadtsüden. Nach 18-monatiger Bauzeit öffnete das KÖWE am 2. Mai 1991 und umfasste zunächst sieben Groß- und ca. 25 Kleingeschäfte inkl. Gastronomie; hinzu kamen Büroflächen und Parkplätze. Bereits 1993 wurde das KÖWE um Lagerflächen erweitert und 1996 fand der erste Umbau des Atriums mit seinen Kleingeschäften statt. Nur zehn Jahre später – im Jahr 2006 – begannen weitere Um- und Neubauarbeiten: Die bisher freistehenden Gebäudeteile wurden verbunden und es entstand eine moderne Mall zum Flanieren und Verweilen.

Seit der Wiedereröffnung im November 2006 steht ein breitgefächertes Angebot an Geschäften, Dienstleistern und Gastronomie zur Verfügung; mit dem fünfgeschossigen Parkhaus blieb auch für die Kunden der kurze Weg vom Auto ins Geschäft erhalten.

In den Jahren 2009 bis 2010 wurde das KÖWE nochmals erweitert und Platz für die Volkshochschule, die Stadtteil-bücherei Süd, der Informationsstelle Integration, dem Regionalzentrum Frau und Beruf und für die Stadtbildstelle geschaffen. Sie haben damit ermöglicht, dass auch Dienstleistungen der Stadt Regensburg barrierefrei und nah vor Ort von den Bürgern erreicht sowie genutzt werden können.

In den letzten Jahren ist es Ihnen immer wieder gelungen, dass sich weitere interessante Mieter ansiedeln, so dass das KÖWE Center heute ein attraktives Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger bietet.

Aber Sie haben nicht nur ein Augenmerk auf die inneren Werte des Einkaufs-zentrums gelegt, sondern auch das äußerliche Erscheinungsbild wurde im Lauf der Jahre vorteilhaft verändert. Zum Parkdeck hin wurde 2006 eine LED-Fassade installiert, die zum damaligen Zeitpunkt die modernste ihrer Art in Deutschland war. Die Optik der Fassade wurde sukzessive modernisiert, so dass das KÖWE heute auch von außen sehr einladend auf die Besucher wirkt.

Sehr geehrter Herr Kellnberger, Sie haben die Entwicklung des KÖWE seit Beginn der Planungen tatkräftig unterstützt und gefördert. Sie haben stets auf den Lauf der Zeit reagiert und veränderte Bedürfnisse sowie Anforderungen zeitnah erkannt. Auf diese Weise ist es Ihnen gelungen, ein attraktives und modernes Einkaufszentrum für den Stadtsüden zu schaffen.

Darüber hinaus sind Sie Eigentümer von mehreren Immobilien in der Altstadt. Sie engagieren sich sehr für eine denkmalgerechte Sanierung, die nicht immer einfach umzusetzen ist. Durch Ihr Engagement blieben diese Gebäude in der Altstadt erhalten und können als attraktive Wohn- und Geschäftshäuser genutzt werden.

Neben Ihrer unternehmerischen Tätigkeit setzen Sie sich seit vielen Jahren für die traditionsreiche Karnevalsgesellschaft Narragonia ein und stellen dieser Räumlichkeiten zur Verfügung. Jahrelang übernahmen Sie zudem das Amt des Vizepräsidenten. Eigentlich hatten Sie sich vor fünf Jahren aus der Narragonia zurückgezogen, aber dennoch gelang es Ihnen nun, dass nach einer rund 3-jährigen Ruhephase das Weitermachen des Traditionsvereins beschlossen wurde. Zum Auftakt der Saison 2014/2015 stürmten die beiden Regensburger Faschings-gesellschaften vor wenigen Tagen das Alte Rathaus; eine jahrelange Tradition wurde damit wiederbelebt. Ich freue mich, dass die Narragiona die aktuelle Faschingssaison wieder aktiv mitgestalten wird.

Sehr geehrter Herr Kellnberger, Sie haben sich insbesondere im Bereich der Wirtschaft große Verdienste um das Wohl der Stadt Regensburg erworben. Ich freue mich, dass Ihr unermüdliches Engagement mit der Matthäus-Runtinger-Medaille ausgezeichnet wurde und gratuliere Ihnen sehr herzlich.