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Einweihung der Ostumgehung

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich der Einweihung der Ostumgehung am 21. November 2014 um 15 Uhr

Anrede

Ich freue mich sehr, dass ich Sie heute zur offiziellen Einweihung der Ostumgehung begrüßen darf.

Die Ostumgehung ist nicht nur die größte Straßenbaustelle, die die Stadt Regensburg in den vergangenen Jahren durchgeführt hat. Sie ist auch eine der wichtigsten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Denn die Ostumgehung spielt in unserer Verkehrsentwicklungsplanung eine ganz zentrale Rolle: Regensburg wächst.

Die hier ansässigen Unternehmen investieren in ihre Regensburger Standorte und schaffen neue Arbeitsplätze. Die Einwohnerzahl steigt jährlich um rund 1 500 bis 1 800 Personen. Damit das auch künftig so bleibt, müssen wir in unsere Infrastruktur investieren.

Unternehmen sind darauf angewiesen, für ihre Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden gut erreichbar zu sein. Und die Menschen, die hier leben und arbeiten, wollen schnell und ohne Staus von A nach B kommen.

Zur Verbesserung der Infrastruktur gehört zum einen der Ausbau des ÖPNV. Es gehört dazu aber auch der Bau neuer und der Ausbau vorhandener Straßen. Wir müssen Mobilität in den unterschiedlichen Bereichen sicherstellen – auch das ist wichtig für gutes Leben in einer Stadt. Die Ostumgehung leistet einen entscheidenden Beitrag zu dieser Mobilität.

Zusammen mit weiteren Maßnahmen – wie dem Ausbau der Nordgaustraße, dem Bau der Sallerner Regenbrücke und dem sechsspurigen Ausbau der Bundesautobahn A3 – trägt sie dazu bei, dass unser Regensburger Straßennetz den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Die besondere Bedeutung der Ostumgehung ist in Regensburg schon lange bekannt: Bereits seit 1983 hat die Stadt die Trasse im Flächennutzungsplan freigehalten.

Verbindlich festgelegt wurde die Trassenführung unmittelbar östlich der Bahnstrecke Regensburg-Hof Mitte der 90er Jahre. 1997 wurde die Ostumgehung als eine von 6 besonders wichtigen Straßenergänzungen in den Verkehrsentwicklungsplan eingestellt. 2005 hat das Verkehrsgutachten „Großraum Regensburg“ diese Einschätzung noch einmal bestätigt. Ende des Jahres 2005 stieg die Stadt in die konkreten Planungen für die Ostumgehung ein.

Das Planfeststellungsverfahren dauerte von Dezember 2006 bis Februar 2009. Dabei konnten alle Belange der Bürger, Anlieger und Grundstückseigentümer so erfolgreich behandelt und abgewogen werden, dass es zu keiner Klage gegen die Maßnahme kam. Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 21. April 2009 bestandskräftig.

Was die Finanzierung betrifft, so erteilte der Freistaat Bayern im Herbst 2009 die Zusage, 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten der neuen Ostumgehung zu übernehmen. Bei Gesamtkosten von rund 67,35 Millionen Euro, von denen rund 55 Millionen Euro zuwendungsfähig sind, bedeutet dies einen Förderzuschuss von rd. 41 Millionen Euro für die Stadt Regensburg. Für diese großzügige Förderung durch den Freistaat Bayern möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Ohne sie hätten wir als Kommune das Großprojekt Ostumgehung nicht schultern können.

Im September 2009 begann die Stadt damit, die Baustelle einzurichten.

Wegen des zwischenzeitlich angestrengten Bürgerbegehrens wurde jedoch kurz darauf ein Baustopp verhängt. Bei der Abstimmung im Januar 2010 sprachen sich die Regensburgerinnen und Regensburger mit einer überwältigenden Mehrheit von knapp 80 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen das Bürgerbegehren und damit für den Weiterbau der Ostumgehung entsprechend den damaligen Planungen aus.

Im Februar 2010 wurde der Bau fortgesetzt.

Seitdem ist es auf der Baustelle gut vorangegangen: Im Oktober 2012 konnte der erste Bauabschnitt für den Verkehr freigegeben werden: das Teilstück zwischen Haslbach und Donaustaufer Straße. Dieser Teil der Ostumgehung trägt seit September 2013 den Namen „Pilsen-Allee“, um die Freundschaft mit unserer langjährigen Partnerstadt zu würdigen.

Seit kurzem gibt es übrigens in Pilsen auch eine „Regensburg-Straße“. Diese beiden Straßenbenennungen sind ein schönes Zeichen für die lebendige Partnerschaft zwischen unseren beiden Städten, die wir 2015 – wenn Pilsen europäische Kulturhauptstadt ist – weiter intensivieren werden.

Ein weiterer Meilenstein für die Fertigstellung der Ostumgehung folgte im Sommer 2013: die Verkehrsfreigabe der Kreuzung mit Unterführung in der Donaustaufer Straße vor dem Kalkwerk.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, seit der Freigabe dieser beiden ersten Teilstücke der Ostumgehung zeigt sich schon, dass die neue Straße die erwarteten positiven Wirkungen entfaltet:

  • Die Gewerbegebiete im Stadtnorden und Stadtosten sind besser erreichbar. Sie verfügen jetzt über einen direkten Anschluss an die Bundesstraße B 16 zum Bayerischen Wald.
  • Stadtteile im Regensburger Nordosten wie die Konradsiedlung, Wutzlhofen, Reinhausen und Sallern, die früher stark vom Schleichverkehr belastet waren, verzeichnen einen deutlichen Rückgang des Durchgangsverkehrs.
  • Der Lärmschutz im Nordosten der Stadt wurde verbessert. Über eine Länge von rund 1,5 Kilometer sind zwei Schallschutzanlagen entstanden:
    Eine Lärmschutzwand mit einer Schutzhöhe von 2,5 Metern und eine Wall-Wand-Kombination, die bis zu 7 Meter hoch ist. Sie schützen die Bewohnerinnen und Bewohner der angrenzenden Stadtteile nicht nur vor dem Verkehrslärm der neuen Straße, sondern auch vor dem Lärm der bestehenden Bahnlinie.
  • Verbessert wurde auch das Rad- und Gehwegenetz im Nordosten der Stadt: Insgesamt wurden 6,2 Kilometer neue Radwege gebaut und 1,5 Kilometer vorhandene Radwege umgebaut.
  • Mehrere Brücken und Unterführungen sorgen dafür, dass Fußgänger und Radfahrer sicher über die Bahnlinie und über die Pilsen-Allee gelangen können.

Die früheren höhengleichen Bahnübergänge Baltenstraße und Wutzlhofen wurden durch Brücken bzw. Unterführungen ersetzt. Ein weiterer Fuß- und Radwegsteg wird voraussichtlich ab 2016 auf Höhe der Sonderburger Straße entstehen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, als letztes Teilstück der neuen Straße wurde in den vergangenen beiden Jahren noch der neue Verkehrsknotenpunkt in der Walhalla-Allee gebaut. Er bildet den Anschluss der Ostumgehung an den Odessa-Ring und die Walhalla-Allee.

Dieses letzte Teilstück war besonders aufwendig, denn die neue Kreuzung wurde auf zwei Ebenen angelegt:

  • In der unteren Ebene ist ein großer, zum Teil mehrspuriger Kreisverkehr entstanden. Er ermöglicht ein schnelles Abbiegen in alle Richtungen.
  • Über diesem Kreisverkehr verlaufen zwei Brückenbauwerke. Diese schaffen eine direkte Verbindung zwischen der Walhalla-Allee und dem Odessa-Ring.

Dass die Großbaustelle unter laufendem Verkehr ausgeführt wurde, bedeutete eine logistische Herausforderung: Die Arbeiten mussten in zahlreiche Bauphasen aufgeteilt und die Verkehrsführung jeweils entsprechend angepasst werden – mit vorübergehenden Sperrungen, Umleitungen und provisorischen Ampeln.

Die häufigen Änderungen der Verkehrsführung verlangten den Verkehrsteilnehmern – und insbesondere natürlich den Pendlern, die täglich auf dieser Strecke unterwegs sind – viel Geduld ab. Für diese Geduld möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bei Ihnen allen bedanken. Natürlich haben wir uns bemüht, die Behinderungen möglichst gering zu halten. Wo immer eine Teilstrecke fertiggestellt war, wurde sie so schnell wie möglich für den Verkehr freigegeben.

Seit ungefähr zwei Wochen kann der Verkehr nun den Knotenpunkt – und damit die Ostumgehung insgesamt – ohne Einschränkungen nutzen. Darüber sind wir sehr froh, und das wollten wir für unsere Einweihungsfeier heute auch nicht noch einmal ändern. Deshalb werden wir heute – anders als bei der Verkehrsfreigabe des ersten Bauabschnitts vor zwei Jahren – auch kein Band durchschneiden, um die Straße für den Verkehr freizugeben.

Stattdessen werden wir nachher im Anschluss an die Segnung hier am Straßenrand einen Baum pflanzen und die Ostumgehung damit symbolisch der Öffentlichkeit übergeben. Der Baum steht im Übrigen auch für einen weiteren wichtigen Aspekt der Ostumgehung, der nicht unerwähnt bleiben soll: die umfangreichen Grüngestaltungs- und Ausgleichsmaßnahmen. Entlang der neuen Trasse wurden knapp 1 000 Bäume gepflanzt und mehr als 10 Hektar Naturwiesen- und Pflanzflächen angelegt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, beim Bau der Ostumgehung haben in den vergangenen 5 Jahren viele engagiert und effizient zusammengearbeitet. Ihnen allen ist es zu verdanken, dass diese Großbaustelle termingerecht fertiggestellt werden konnte und dass der geplante Kostenrahmen eingehalten wurde.

Stellvertretend für die vielen Ingenieurbüros und Baufirmen, die an der Maßnahme beteiligt waren, nenne ich die Ingenieurbüros

  • Sehlhoff GmbH, Vilsbiburg, zuständig für die Gesamtplanung, und
  • SRP Schneider & Partner Ingenieur Consult GmbH, Kronach, zuständig für die Bauwerksplanungen,

 die Straßen-, Kanal- und Brückenbaufirmen

  • Fahrner Bauunternehmung GmbH
  • Brendel Bau GmbH
  • Stratebau GmbH
  • Guggenberger GmbH
  • Ferdinand Tausendpfund GmbH & Co.KG
  • Mayerhofer Hoch-, Tief- und Ingenieurbau GmbH
  • Berger Bau GmbH und
  • Strabag AG,

die ausführenden Firmen beim Schallschutz

  • Pro Bau Ingenieur- und Rohrleitungsbau GmbH und
  • he-b Ingenieurbau GmbH,

die Gartenbaufirmen

  • Rudolf-Schrader GmbH
  • Garten- und Landschaftsbau Herfurth GmbH und
  • Majuntke GmbH,

die Abbruchfirma

  • Rösl GmbH

sowie die für die Verkehrssicherung zuständige

  • Secutec GmbH.

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bei den Unternehmen mit der Maßnahme befasst waren, ein herzliches Dankeschön.

Bedanken möchte ich mich auch bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bayerischen Innenministerium, im Bayerischen Finanzministerium sowie bei der Regierung der Oberpfalz, die das Planfeststellungsverfahren und das Zuwendungsverfahren durchgeführt haben.

Ich bedanke mich des Weiteren bei allen städtischen Referaten und Ämtern, die an der Planung und dem Bau der neuen Ostumgehung beteiligt waren.

Mein Dank gilt außerdem allen Grundeigentümern im Bereich der Neubautrasse, die bereit waren, im Interesse des Gemeinwohls die erforderlichen Grundstücksflächen für den Bau der Ostumgehung zu veräußern.

Und schließlich bedanke ich mich bei allen betroffenen Regensburgerinnen und Regensburgern für Ihre Geduld und Nachsicht bei den unvermeidbaren Behinderungen und Störungen durch die Bauarbeiten.

Ich freue mich, dass diese Behinderungen jetzt der Vergangenheit angehören und dass die Ostumgehung nun ihre volle Wirkung entfalten kann.

Allen, die künftig auf der neuen Ostumgehung unterwegs sind, wünsche ich eine gute Fahrt!