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Benefizkonzert zugunsten von Kuno

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich des Benefizkonzertes zugunsten von Kuno am Sonntag, 29. Juni 2014, im Historischen Reichssaal

Anrede

Wenn man erklären will, welche ganz besondere Bedeutung der Name KUNO für Regensburg und überhaupt für ganz Ostbayern hat, dann ist das ungefähr so als wolle man Eulen nach Athen tragen, oder - um im passenderen Bild zu bleiben - einen lädierten Raben in das universitäre Kinderkrankenhaus in Regensburg.

Dieser lustige Pechvogel „Kuno“ mit dem eingebundenen Flügel und dem Pflaster auf dem Schnabel sitzt nun also seit zehn Jahren droben auf dem Uniberg und sammelt Spenden ein. Und das tut er so erfolgreich, dass die Marke von zehn Millionen Euro bereits deutlich überschritten wurde – und ein Ende der Spendenbereitschaft ist nicht in Sicht.

Die Stadt Regensburg hat das Projekt von Anfang an unterstützt, und so ist es mir auch nun eine große Freude, dass die Feier zum 10. KUNO-Geburtstag hier im Reichssaal stattfindet.

Vor zehn Jahren, als der spendensammelnde Rabe aus seinem Ei kroch, gaben die Initiatoren von KUNO freimütig zu, dass eine milde, aber chronische Form des Wahnsinns sie befallen hatte – besonders stark hatte es den damaligen Verwaltungsleiter der Uniklinik, Prof. Dr. Hans Brockard, getroffen, den Vater von KUNO. Er hatte sich mit seinem unbeirrbaren Optimismus in die Überzeugung hineingesteigert, dass es mit diesem großen, ambitionierten Projekt ganz sicher klappen würde.

Für manche in der Staatsregierung und im Landtag war das, was die Regensburger KUNO-Leute angefangen hatten, eine deutliche Ausprägung von wahnhafter Fixierung. Die Spendensumme, die für den Bau einer ostbayerischen Kinder-Universitätsklinik zusammenkommen sollte, erschien als utopisch hoch. Es ging um Millionen. Aber alle Zweifler hatten die Rechnung ohne die riesige Spendenbereitschaft der Menschen in ganz Ostbayern gemacht.

Kindergärten und Schulklassen verkauften für KUNO Bastelarbeiten, die Inhaber großer Unternehmer spendeten ebenso wie kleine Geschäftsleute. Unzählige Vereine organisierten Benefizveranstaltungen oder spendeten den Erlös von Festen. Kinder gaben ihr Taschengeld. Viele tausend Kinder und Erwachsene aus der Oberpfalz und Niederbayern haben mit Geld und ideeller Unterstützung dazu beigetragen, dass aus der Namensspielerei KUNO tatsächlich eine Klinik der höchsten Versorgungsstufe für Kinder und Jugendliche geworden ist.

Für mich persönlich ist es eine sehr große Freude, dass ich in meiner früheren Tätigkeit für die Alte Mälzerei und den Kulturspeicher mit verschiedenen Veranstaltungen einige kleine KUNO-Bausteine dazu legen konnte.

Die KUNO-Initiative hat sich schon kurz nach ihrer Gründung zu einer Bürgerbewegung ausgewachsen, an deren unglaublichem Engagement die Staatsregierung letztlich nicht mehr vorbeikam. So gab der Freistaat dem Projekt KUNO seinen Segen und 14 Millionen Euro dazu. Ein Projekt, das eine Handvoll sympathisch verrückter Mediziner ins Leben gerufen hatte, war Wirklichkeit geworden.

Inzwischen hat die Kinder-Uni-Klinik Ostbayern schon lange ihren Betrieb aufgenommen - aber Spenden werden immer noch benötigt: Zum Beispiel für besondere medizinische Geräte und für spezielle Stellen, die in einer Klinik für schwerkranke Kinder und Jugendliche zwar nötig, aber in den Richtlinien für die Krankenhausfinanzierung nicht vorgesehen sind.

Mit KUNO haben die Menschen in Ostbayern nicht nur dafür gesorgt, dass ihre Kinder die bestmögliche medizinische Versorgung bekommen – sie haben auch sehr eindrucksvoll gezeigt, was sie alles bewegen können, wenn sie gemeinsam ein Ziel erreichen wollen. Sie haben im besten Sinn des Wortes Solidarität bewiesen.

Diese Unterstützung zeigen nun auch die jungen Mitwirkenden von „Kinder spielen für Kinder“, die ich hiermit sehr herzlich begrüße.

Die jungen Leute aus Wien sind wiederholt im Rahmen des „Wiener Heurigen Opern- und Musikfestivals“ aufgetreten. Und ich bin sicher, dass sie uns gleich begeistern werden – als großartige Instrumentalisten, die ganz selbstverständlich musikalisches Können und persönliche Lockerheit miteinander verbinden. Sie laden uns ein zu einem Spaziergang durch Klassik und Moderne, und sie präsentieren uns auch Eigenkompositionen.

Der Gründer dieses musikalischen Projekts, Constantin Graf von Walderdorff, den man eher als Bassbariton kennt denn als Impressario, hatte die Idee zu diesem Konzert. Er führt uns zusammen mit Prof. Jochen Köhler durch das Programm.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

es wird wahrscheinlich nie wirklich der Punkt erreicht werden, an dem alle, die an dem großen, wunderbaren Projekt KUNO beteiligt sind, sagen können, dass ihre Vorstellungen und Wünsche erfüllt sind. Aber man kann ja an einer immerwährenden Perfektionierung arbeiten – dazu braucht man Geld. Spenden jeder Größenordnung werden von KUNO nach wie vor gerne angenommen. Ich bin davon überzeugt, dass bei diesem Konzert Ihre Herzen aufgehen – und danach hoffentlich auch der eine oder andere Geldbeutel.

Auf alle Fälle wünsche ich Ihnen einen anregenden, unterhaltsamen Nachmittag. Herzlichen Dank für Ihr Kommen! Und nun: Bühne frei!