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Grundsteinlegung für den Neubau des Fußballstadions

- Es gilt das gesprochene Wort -

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Grundsteinlegung für den Neubau des Fußballstadions am Freitag, 7. März 2014, 12 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, ich begrüße Sie ganz herzlich zur Grundsteinlegung auf der Baustelle des neuen städtischen Fußballstadions an der Franz-Josef-Strauß-Allee.

Für mich ist dieser Tag ein besonderer Anlass zur Freude, da nach dem langen Entstehungsprozess mit der heutigen Grundsteinlegung das Stadion in den nächsten Wochen und Monaten „sichtbare Realität“ wird.

Lassen Sie uns auf die Entstehung und Entwicklung dieses Großprojektes zurückblicken.

Ein neues Stadion hat eine oberzentrale Funktion für ganz Ostbayern; Hauptnutzer wird der SSV Jahn sein, der mit seinen großen Zuschauerzahlen zum Betrieb des Stadions einen Finanzierungsbeitrag leisten soll.

Bei der Standortsuche für den Bau eines Fußballstadions in Regensburg fiel die Entscheidung zu Gunsten des Standortes an der Franz-Josef-Strauß-Allee/BAB Universität in Oberisling, der sich unter Berücksichtigung vieler Gesichtspunkte als der am besten geeignete Standort herauskristallisiert hat.

Daher beschloss der Stadtrat im April 2009 die Änderung des Flächennutzungsplans einzuleiten und den Bebauungsplan Nr. 165 „Fußballstadion Franz-Josef-Strauß-Allee“ aufzustellen.

Im Juli 2011 hat der Stadtrat entschieden, die Realisierung des Stadionprojekts an diesem Standort in Angriff zu nehmen. Die grundlegenden Anforderungen an Fußballstadien in baulicher, infrastruktureller, organisatorischer und betrieblicher Hinsicht sind im Stadionhandbuch der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bunds e. V. (DFB) vorgegeben. Entsprechend wurde das Raumprogramm erstellt.

Das ca. 20 Hektar große Areal, auf dem wir uns heute befinden, hat, wie Sie sich selbst überzeugen können, eine exponierte Lage im Süden der Stadt zwischen der Franz-Josef-Strauß-Allee und der A 3 Regensburg-Passau.

Vor allem die herausgehobene und werbewirksame Situierung an der Autobahn und die gute Erreichbarkeit für den Individualverkehr wurden schon bei der Standortsuche als Vorteile gesehen. Die Verkehrsfrequenz auf der Autobahn liegt derzeit bei rund 70.000 KFZ/Tag, bei weiterhin steigender Tendenz, und zeigt die bedeutende Nachbarschaft.

Mit der Autobahnnähe gingen zwar auch viele Themen einher, die einer intensiven Abstimmung mit der Autobahndirektion bedurften, wie z. B. die Beachtung der 40 m Bauverbotszone und der geplante 6-streifige Ausbau der Autobahn, wie auch mögliche Blendung und Ablenkung der Autofahrer.

Insgesamt konnte allen Belangen mit dem beauftragten Entwurf jedoch sehr gut Rechnung getragen werden.

Das neue Fußballstadion als künftige Spielstätte des SSV Jahn wird für Regensburg und die ostbayerische Region ein neuer „Leuchtturm“ sein – bald wird kein Fußballfan mehr an das alte städtische Stadion, das 1926 an der Prüfeninger Straße erbaut wurde, zurückdenken. Dieser Neuanfang ist aufgrund eines überalterten und nicht zukunftsfähigen Stadions unumgänglich, da es auf Dauer nicht zu erhalten gewesen wäre.

Die Vorteile eines neuen, zeitgemäßen Fußballstadions mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauern, das auch zukunftsorientiert die Erweiterbarkeit auf insgesamt 18.000 Besucher nachweist, liegen eindeutig auf der Hand. Die Mannschaftsbereiche erhalten eine klare Aufwertung zur bisherigen Situation und die Attraktivität des Stadions wird sich auch für alle Besuchergruppen, besonders für Familien, deutlich erhöhen. Es wird ausreichend moderne Toilettenanlagen und Kioske geben.

Die heutige Grundsteinlegung setzt damit ein Zeichen für die Zukunft und lässt einen spannenden Neubeginn in der neuen Fußballarena erwarten.

Am 8. August 2013 haben die Stadt Regensburg, vertreten durch den Regiebetrieb Arena Regensburg, und der Generalübernehmer den Vertrag über die Planung und den Bau des neuen Fußballstadions samt Außenanlagen unterschrieben. Voraus ging ein aufwändiges europaweites VOB-Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb für das ein Jahr zuvor der Startschuss für die Bekanntmachung im Supplement des Amtsblatts der EU gegeben werden konnte und im Juli 2013 im Stadtrat der Zuschlag an BAM Sports aus Düsseldorf erteilt wurde.

Stadtrat und Verwaltung können zu Recht stolz auf die in der kurzen Zeit geleistete Arbeit und Projektentwicklung sein. Vor allem auch die parallel entwickelte Bauleitplanung, die im Sommer 2013 mit dem Satzungsbeschluss, der Genehmigung durch die Regierung der Oberpfalz und der Bekanntmachung des Bebauungsplans ihren Abschluss fand, war eine zusätzliche Herausforderung.

Unmittelbar nach der Auftragserteilung haben die Teams, bestehend aus Architekten, Fachingenieuren und Planern mit Ihrer Arbeit begonnen und die Entwurfs- und Genehmigungsplanung konzentriert und zügig ausgearbeitet, so dass im November letzten Jahres der Bauantrag offiziell eingereicht werden konnte.

Bereits Anfang Januar 2014 wurde die vorgezogene Teilbaugenehmigung für die Erdarbeiten des Stadions durch das Bauordnungsamt pünktlich erteilt.

Am 30. Januar 2014 - also vor 5 Wochen - haben wir mit dem Spatenstich den Beginn der Erdarbeiten für die Arena freigegeben. Zwischenzeitlich konnten die vorbereitenden Arbeiten weitgehend abgeschlossen werden.

Wer die Baustelle beobachtet hat, weiß, dass das deshalb so schnell ging, weil bei den vorausgegangenen Erschließungsmaßnahmen im vergangenen Jahr bereits der Großteil der Erdarbeiten als sog. Vorabtrag im Baufeld weitgehend erledigt wurde.

Optimalerweise konnten dabei auch entsprechende Synergien genutzt werden und rund 50.000 m³ Aushub mit kurzen Transportwegen in unmittelbarer Nachbarschaft in den Lärmschutzwall an der Autobahn A 3 – hier hinter dem Unterislinger Weg Richtung Burgweinting – verbaut werden. Insgesamt wurden auf dem Areal bei den Erschließungsarbeiten rund 40.000 m³ Oberboden und 180.000 m³ Aushub bewegt. Zusätzlich wurde bereits der für die Rückhaltung des Oberflächenwassers erforderliche Stauraumkanal gebaut, die Verbreiterung der Franz-Josef-Strauß-Allee durchgeführt, sowie die neue für fünf Gelenkbusse ausgelegte Shuttlebushaltestelle realisiert.

Bei der Vorbereitung der Erschließung hat das Tiefbauamt mit den beteiligten Planern und ausführenden Firmen wirklich gute Vorarbeit geleistet.

Schon heute können Sie die von BAM Sports neu angelegten Plataus des neuen Fußballstadions erkennen.

Das sind die Ausführungsniveaus für das Spielfeld, den etwas erhöhten Umgang bzw. die Umfahrung und die Bodenplatte für das Funktionsgebäude. Wer sich für das Baugeschehen interessiert, kann sich übrigens mittels unserer Webcam immer ein aktuelles Bild von der Baustelle machen und mitverfolgen wie das Gebäude wächst. Zudem dokumentiert die städtische Pressestelle online auf der Homepage des Stadions die aktuellen Geschehnisse in einem Bautagebuch.

Auf der Baustelle ist momentan die für den Hochbau im nördlichen Stadionbereich erforderliche Bodenverbesserung mittels sog. „CSV-Pfähle“ erkennbar. Dabei werden Verdrängungssäulen mit Hilfe eines Schneckengestänges in den Boden eingebracht. Als Stabilisierungsmaterial wird eine Zement-Sand-Mischung verwendet, die, als Trockengranulat eingebracht, zu einer Betonsäule erhärtet.

Bei den vorausgegangenen Erdarbeiten der Erschließungsmaßnahmen konnte das Einbringen von Kalk - in diesem Fall zur Verfestigung der Erschließungsoberflächen - bereits gut beobachtet werden.

Ende März werden auf der Baustelle auch zwei Hochbaukräne errichtet und damit die Baustelle weithin sichtbar markieren. Ab April 2014 ist mit der Versetzung der ersten Betonfertigteile für die Tribünen zu rechnen. Das Stadion entsteht in getakteter Bauweise - entgegen dem Uhrzeigersinn - an der nördlichen Ecke des Funktionsgebäudes, d. h. beginnend an der Autobahnseite.

Damit die Besucher der Fußballspiele gefahrlos vom Parkplatz zum Stadion gelangen, sind hier in unmittelbarer Nähe zwei neue Unterführungen vorgesehen, die unter der Autobahnausfahrt „Regensburg Universität“ verlaufen. Um diese Unterführungen bauen zu können, muss auf der Autobahn A 3 in Fahrtrichtung Passau die Anschlussstelle „Regensburg Universität“ im Frühjahr/Sommer 2014 komplett gesperrt werden.

Ebenso wird zeitgleich eine neue Fußgänger-Unterführung an der Galgenbergstraße gebaut. Hier kann jedoch durch eine eigene Baustellenumfahrung, deren Oberbau auch schon fertiggestellt ist, der Verkehr aufrechterhalten werden.

Für die Verkehrsbehinderungen bitte ich schon heute alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.

Ende des Jahres wird, wenn alles wie geplant verläuft, am Stadion Richtfest gefeiert. Das Funktionsgebäude wird dann eine dichte Hülle haben, so dass die Ausbauarbeiten witterungsgeschützt über den Winter weitergeführt werden können.

Das Stadion und der engere Umgriff werden nach heutigem Stand unverändert ca. 52,7 Millionen € kosten. Dieser Betrag ist im Wirtschaftsplan 2014 der Arena Regensburg eingestellt.

Darin enthalten ist der Auftrag an die BAM Sports GmbH, Düsseldorf, die das Stadion einschließlich der Geschäftsstellen des SSV Jahn Regensburg und des Bayerischen Fußballverbandes sowie der unmittelbaren Außenanlagen für einen Festpreis von 27,5 Mio. € errichtet.

Für die weitere innere Erschließung sind ca. 12 Mio. € vorgesehen. Die innere Erschließung umfasst insbesondere die Stellplätze für Kfz und Fahrräder, die Fahrgassen und Wege, die Parkplatzbegrünung und die zugehörige technische Ausstattung.

Hauptmieter des neuen Stadions ist der SSV Jahn Regensburg, der zukünftig seine Heimspiele dort austragen wird. Das neue Stadion steht jedoch auch allen anderen Nutzern für Veranstaltungen im Hospitalitybereich, der für 950 Gäste ausgelegt ist, zur Verfügung.

Durch den im Stadtrat beschlossenen Betriebs- und Bewirtschaftungsvertrag werden die Betreiberaufgaben auf die Regensburger Badebetriebe GmbH übertragen.

Für den Bayerischen Fußballverband (BFV) sowie den SSV Jahn Regensburg werden Büroflächen zur Anmietung vorgesehen. Der Bayerische Fußballverband möchte die Geschäftsstelle des Bezirks Oberpfalz ebenso im neuen Stadion unterbringen wie die SSV Jahn Regensburg 2000 GmbH & Co. KGaA ihre Geschäftsstelle.

Noch ein Satz zu den möglichen Wehmuts- und Nostalgiegedanken mancher Jahnfans: Der Regiebetrieb ist in Kontakt mit dem Fanbeauftragten und den Fanvertretern, um zum Neubau zu informieren und die Gestaltungsmöglichkeiten, z. B. an den Containern im Umgang (unter den Tribünen) auszuloten oder auch den richtigen Standort für den von vielen als Symbol gesehenen „Jahnturm“ zu finden. Im Übrigen fehlt es auch nicht an einem Raum zur Aufbewahrung der Fanutensilien.

Denn nicht umsonst hat sich BAM-Sports den Slogan „Bauen mit Emotionen“ zum Leitspruch gemacht. Dem schließen wir uns gerne an und werden bezüglich der bereits eingereichten Gestaltungsideen der Fanclubs weiter im Gespräch bleiben.

Zum Schluss noch zwei Hinweise: Zum Einen laden wir nach der Grundsteinlegung alle Anwesenden ein, noch bei einem Imbiss und Getränken zu verweilen. Sie sind selbstverständlich unsere Gäste.

Zum Anderen bitten wir Sie bei dieser Gelegenheit mit einer Spende einen Beitrag für die Fußballjugend bzw. Nachwuchsförderung des SSV Jahn zu leisten. Eine Spendenbox für das Projekt „Jahnschmiede“ ist zu diesem Zweck an der Ausgabe des Caterings aufgestellt.

Nun darf ich – bevor wir zur Grundsteinlegung schreiten - den Architekten, Herrn Dr. Stefan Nixdorf und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der SSV Jahn GmbH & Co. KGaA, Herrn Ulrich Weber bitten, ein Grußwort zu sprechen.

Für die Grundsteinlegung darf ich alle Gäste bitten, mir auf das unmittelbare Baufeld der Arena Regensburg zu folgen. Wir werden die Grundsteinlegung im Bereich des künftigen Funktionsgebäudes vornehmen.

Grundsteinlegung
Für die Grundsteinlegung bitte ich nun die Geschäftsführer des Regiebetriebs der Arena Regensburg, Herrn Karl Eckert und Herrn Peter Preß, den Architekten, Herrn Dr. Stefan Nixdorf mit Herrn Eichholtz, Geschäftsführer der BAM Sports GmbH, sowie Herrn Johannes Baumeister als Geschäftsführer des SSV Jahn zum Grundstein.

Die Grundsteinschatulle für den Neubau der Arena Regensburg füllen wir als „Zeitkapsel“ mit dem Bauplan des Generalunternehmers BAM Sports, einer Urkunde der Stadt Regensburg mit Angaben zum Bauprojekt, dem signierten Jahntrikot, das symbolisch für den Hauptnutzer steht, und als Zeitzeugnisse Münzgeld sowie aktuelle Tageszeitungen.

Ich kann Ihnen mit besonderer Freude heute verkünden, dass dem Regiebetrieb pünktlich die Baugenehmigung für das Stadion durch das Bauordnungsamt erteilt wird, so dass – wie im Terminplan vorgesehen – die Realisierung mit der heutigen Grundsteinlegung beginnen kann.

An dieser Stelle möchte ich den zahlreich Beteiligten – den Planern, Ingenieuren, Architekten, Landschaftsplanern und Projektmanagern danken, die mit Ihrer Kompetenz und Erfahrung für die hohe funktionale und technische Qualität der Planung verantwortlich zeichnen, sowie allen Mitarbeitern der staatlichen und städtischen Dienststellen, namentlich dem Polizeipräsidium Oberpfalz, der Autobahndirektion Südbayern und dem Wasserwirtschaftsamt Regensburg, die mit viel Engagement die Bearbeitung in diesem engen Zeitrahmen ermöglicht haben.

Ich erinnere mich noch gut an unsere gemeinsame Informationsveranstaltung anlässlich der Abgabe des Bauantrags im Bürger- und Verwaltungszentrum und meiner Bitte Ihre fachlichen Stellungnahmen als Grundlage für die Baugenehmigung bis zum Jahreswechsel an uns zu geben. Sie haben mit Ihrem Fachwissen in kurzer Zeit sehr gut zugearbeitet.

Hierfür an alle meinen besonderen Dank!

Mit drei symbolischen Hammerschlägen wollen wir nun gemeinsam den Bauschaffenden gutes Gelingen, eine unfallfreie Bauzeit und allen Beteiligten einen reibungslosen Bauablauf wünschen.

Und nicht zu vergessen, dem SSV Jahn Regensburg den sportlichen Erfolg für einen interessanten Beginn der Saison 2015/16 hier in der Arena Regensburg.

Vielen Dank!