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Kinderhaus Naabstraße

-Es gilt das gesprochene Wort-

Begrüßung von Herrn Bürgermeister Gerhard Weber anlässlich der Übergabe und Segnung des neuen Kinderhauses Naabstraße am Samstag, den 11. Januar 2014

Liebe Kinder,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ein eigenes Haus zu haben, einen Platz, wo man geborgen ist und unbehelligt spielen und Kind sein kann - ein solches Haus gehört wahrscheinlich zu den schönsten Träumen und größten Wünschen, die unsere Kinder haben. Heute ist für uns alle ein langersehnter freudiger Tag, weil wir nach langen Planungen und mehr als einem Jahr Bauzeit nun gemeinsam die offizielle Einweihung unseres neuen Kinderhauses hier an der Naabstraße feiern können.

Hierzu begrüße ich Sie alle ganz herzlich. 

Mit unserem neuen Kinderhaus, das im September 2013 in Betrieb gegangen ist, geht ein lang gehegter Wunsch unserer „Kleinsten“, der Eltern und der Betreuer/innen in Erfüllung (Gesamtkosten rd. 2,8 Mio. Euro). Es bietet neben 50 Kindergartenplätzen für zwei Gruppen auch 24 Betreuungsplätze für Krabbelstubenkinder in zwei Krabbelgruppen.

Für die Stadtteile Reinhausen und Weichs - insbesondere für das umliegende Neubaugebiet - ist hier an der Naabstraße ein „Kinderhaus“ entstanden, das aus meiner Sicht auf die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern unterschiedlichen Alters hervorragend abgestimmt ist.

Was mich dabei ganz besonders beeindruckt: wie gut es hier gelungen ist, eine pädagogische Idee Realität werden zu lassen.

Das gilt sowohl für die organisatorische und pädagogische Ausgestaltung des Kinderhaus-Konzepts als auch für die architektonische und bauliche Seite unseres neuen Kinderhauses.

In beidem spiegelt sich das pädagogische Selbstverständnis, dem sich die Stadt Regensburg verpflichtet fühlt.

Dieses Selbstverständnis zielt darauf ab, für unsere Kinder vielfältige und reichhaltige Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten zu schaffen - und zwar vor allem im Hinblick auf zwei Pole der kindlichen Entwicklung:

  • die kindliche Selbstentfaltung und
  • die kindliche Sozialerfahrung.

Dadurch werden alle Kinder für die Eigenheiten und Bedürfnisse der anderen sensibilisiert. Und sie lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, Toleranz zu üben und mit individuellen Verschiedenheiten umzugehen.

Sehr geehrte Damen und Herren, wie ernst die Stadt Regensburg ihre Verantwortung für die Betreuung „ihrer“ Kinder nimmt, sehen sie beispielhaft an folgenden Zahlen:

In Regensburg wurden in den letzten sechs Jahren mehr als 700 Plätze in Krabbelstuben und fast 560 in Kindergärten neu geschaffen. Im Bau bzw. in der Planung befinden sich derzeit rd. 120 weitere Plätze bei den Krabbelstuben und rd. 115 Plätze in Kindergärten.

Für die damit verbundenen Maßnahmen sind im Investitionsprogramm der Stadt Regensburg rund 5,8 Mio. Euro eingeplant.

Bereits an diesen Werten sehen Sie, dass die Stadt Regensburg ihr Möglichstes tut, um die Kinder- und Familienfreundlichkeit weiter zu verbessern.

Uns geht es aber auch darum, die Wahlfreiheit für die Eltern herzustellen, ob sie ihre Kinder lieber selbst zu Hause erziehen wollen oder ob sie sie in eine KiTa geben wollen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss sichergestellt werden.

Eines ist für mich ganz klar: Die erste Verantwortung für ein Kind liegt bei den Eltern, der Staat ist nur subsidiär gefordert, vor allem bei den Kleinkindern. Die in der früheren DDR weitgehend verbindliche Betreuung auch von Kleinkindern in Einrichtungen darf in einer freien Gesellschaft nicht wiedereingeführt werden.

Deshalb verdienen auch Familien, die ihr Kind nicht in Einrichtungen schicken, öffentliche Unterstützung, z. B. durch das Betreuungsgeld (bisher bundesweit mehr als 100.000 Anträge, in Bayern ca. 25.000). Es gilt also: Betreuungsmöglichkeiten für kleine Kinder in Einrichtungen ja, - Betreuungszwang nein.

Ich wünsche allen Kindern, Eltern und dem pädagogischen Betreuungspersonal, dass der gelungene Neubau dieses Gebäudes dazu beiträgt, dass sie sich in ihrem neuen Zuhause wohl fühlen.

Der ganzen Kinderhaus-Familie hier an der Naabstraße wünsche ich alles Gute und Gottes Segen für ihre wertvolle Bildungs- und Erziehungsarbeit.

In diesem Sinne darf ich Sie alle nochmals ganz herzlich willkommen heißen.