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Übergabe und offiziellen Benennung des Maria-Beer-Platzes

- Es gilt das gesprochene Wort -

Grußwort von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Übergabe und offiziellen Benennung des Maria-Beer-Platzes am Mittwoch, 24. Juli 2013

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Gäste, meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, Sie hier begrüßen zu dürfen, um Ihnen „Ihren“ Platz zu übergeben, der heute offiziell seinen Namen erhält und sich sicher zu einem beliebten Treffpunkt für das ganze Viertel entwickeln wird.  

Seit seiner Fertigstellung vor wenigen Wochen ist der Platz von den Menschen, die hier leben, bereits gut angenommen worden: Es wurde (wie auch heute) Boules gespielt, einige Bewohner entspannten sich auf den Bänken unter den Bäumen oder am Brunnen und viele Kinder haben den Platz mit ihren Rädern, Rollern oder Bobbycars in Besitz genommen.

Die Gestaltung dieses zentralen Platzes basiert auf dem weiterentwickelten Wettbewerbsergebnis.

Das Partnerbüro Burger Landschaftsarchitekten des damaligen Preisträgers hat in Abstimmung mit dem „Gutachtergremium Holzgartenstraße“ den vorliegenden Entwurf ausgearbeitet.

Das Gutachtergremium bestand aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Bayerischen Landessiedlung (als Finanzierungsbeteiligte), den Planungsbüros Fink und Jocher sowie Steidle und Partner und einem Vertreter des Gestaltungsbeirates (Prof. Turkali).

Der rund 2.600 Quadratmeter große Platz, der sich zwischen den beiden Häuserfassaden erstreckt, erfüllt eine doppelte Funktion:

Er dient der Erschließung angrenzender Quartiere und verbindet gleichzeitig das Baugebiet mit dem Uferbereich des Regens.

In der Gliederung des Platzes werden diese beiden Funktionen sichtbar:
Zum einen haben wir den „Urbanen Raum“ im Bereich der Gebäudefluchten und zum anderen den Teil, der – wie ein „Balkon“ – in den Grünraum des Hochwasserdammes hineinreicht. Hier soll in den kommenden Monaten eine großzügige Grünfläche mit vielgestaltigen Gräserpflanzungen angelegt werden, so dass eine parkartige Situation entsteht. Bis zur Pflanzung im Herbst hat das Gartenamt das Beet mit einer artenreichen Blumenansaat zwischenbegrünt. Der uferbegleitende Dammweg wurde in die Platzfläche integriert.

Wenn wir den „Urbanen Raum“ betrachten, können wir hier wiederum eine Dreiteilung ausmachen:
1. Die direkt den Gebäuden vorgelagerten großen Treppenpodeste. Sie wurden mit rauem Muschelkalk versehen. Dieses „Vorgelege“ dient nämlich dazu, den öffentlichen Bereich des Platzes von den privaten Wohnbereichen abzugrenzen. Geschnittene Heckenelemente verhindern zusätzlich, dass Passanten nahe an die Häuser herantreten und schützen so die Privatsphäre der Anwohner.
2. Der Verkehrsraum für Fußgänger und Radfahrer, der den wesentlichen Platzraum einnimmt. Er wurde mit einer glatten Plattenbelagsfläche aus größeren Betonsteinen befestigt, und ist damit gut zu befahren bzw. zu begehen.
Und schließlich 3. der große Bereich rund um den Brunnen. Er ist das eigentliche Zentrum des Platzes und soll zum Verweilen und Erholen einladen. Neun jeweils zehn Meter hohe Platanen spenden Schatten, und die Sitzwürfel sind mit Bedacht so angeordnet, dass auch noch genügend Platz zum Boules-Spielen bleibt.

Zum Abschluss unseres „Rundumblicks“ über den Platz möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch auf die Wasseranlage lenken. Das Wasserspiel, das gleich, wenn wir die Namenstafel enthüllen, in Betrieb gehen wird, besteht aus 21 Wasserspeiern, die jeweils in einem Abstand von einem Meter angeordnet sind. Es erinnert an Anlagen aus der Renaissance: Die gleichartigen Wasserrohre entlassen abwechselnd einen Wasserstrahl in das 21 Meter mal 80 Zentimeter große Betonbecken. Die Wasseranlage wird über die Brunnstube versorgt, die südlich im Bereich des Uferbalkons unterirdisch angebracht ist. Der Wasserspeicher ist mit Trinkwasser gefüllt. Da das Wasser in der Wasseranlage jedoch umgewälzt wird, besitzt es KEINE Trinkwasserqualität.

Bevor wir nun zur Benennung des Platzes kommen, lassen Sie uns noch kurz das Viertel betrachten, als dessen Zentrum er angelegt wurde:

An der Paarstraße und an der Verlängerung der Naabstraße sind bis heute 182 neue Wohneinheiten fertiggestellt und bezogen worden.

Rund 260 Wohneinheiten werden hier noch entstehen. Somit werden in diesen neuen Quartieren nach Fertigstellung der Hochbaumaßnahmen über 1.000 Leute leben – darunter viele Familien mit Kindern.

Um deren Bedürfnissen Rechnung zu tragen, baut die Stadt Regensburg gerade das Kinderhaus Naabstraße, das ab September 2013 den Kindergartenbetrieb eröffnet. Diese Einrichtung beinhaltet 2 Krabbelstubengruppen und 2 Kindergartengruppen, so dass hier 74 Kinder betreut werden können.

Ab 2014 sollen außerdem ein öffentlicher Kinderspielplatz und eine großzügig angelegte Grünanlage mit einer Spielwiese entstehen. Die Auffüllungen des Geländes werden derzeit vorgenommen.

Die Verlängerung der Naabstraße und die Paarstraße sind bereits im Teilausbau erstellt. Der Endausbau erfolgt partiell mit dem Abschluss der Hochbauarbeiten. Die öffentlichen Mischwasserkanäle wurden schon fertiggestellt.

Das Beleuchtungskonzept sieht im gesamten Baugebiet – also sowohl hier auf dem Platz als auch in den Erschließungsstraßen – sogenannte Münchner Platzleuchten vor. Mit ihrer Leuchtpunkthöhe von 4 Metern und ihrem warmen Licht gewährleisten sie eine angenehme Beleuchtung.

Was den Hochwasserschutz betrifft, profitiert das Baugebiet von einer Baumaßnahme, die wir bereits im Jahr 2000 – noch vor dem staatlichen Hochwasserschutzwettbewerb im Jahre 2003 – umgesetzt haben: Damals wurden die Deichlücken am Reinhausener Damm südlich der Frankenbrücke geschlossen und der Weichser Damm östlich der Nibelungenbrücke statisch ertüchtigt. Insgesamt haben wir hierfür 1 Mio. Euro ausgegeben. Ohne diese vorgezogene städtische Investition in den Hochwasserschutz hätte das Hochwasser vom vergangenen Juni als höchstes Hochwasser seit 1882 im gesamten Bereich der Holzgartenstraße und Bedelgasse zu erheblichen Überflutungen geführt – und es ist fraglich, ob Ihnen, liebe Anwohnerinnen und Anwohner, dann heute schon wieder zum Feiern zumute wäre.

Glücklicherweise ist es anders gekommen. Die Investitionen, die wir vor 13 Jahren getätigt haben, haben sich gelohnt.

Auch die Investitionen in diesen Platz werden sich auszahlen, da bin ich mir ganz sicher. Der Platz wird entscheidend dazu beitragen, dass dieses neue Quartier sich weiter mit Leben füllt und die Menschen sich hier wohlfühlen.

Insgesamt hat der Bau dieses Platzes 700.000 Euro gekostet. Es handelt sich um keine beitragsfähige Maßnahme. Das heißt, die Kosten werden nicht nach Abschluss der Arbeiten auf die Anwohner umgelegt. Vielmehr hat die Bayerische Landessiedlung die Herstellungs-, Mehr- und Folgekosten dieses Platzes bereits im Rahmen des Erschließungsvertrags vorfinanziert.

Bevor ich nun die Namenstafel enthülle und damit gleichzeitig den Startschuss für die Inbetriebnahme des Brunnens gebe, möchte ich allen, die zum Gelingen dieses Platzes beigetragen haben, meinen herzlichen Dank aussprechen:

  • den Burger Landschaftsarchitekten, Susanne Burger und Peter Kühn Partnerschaft aus München;
  • den bauausführenden Firmen: Dobsch, für die einwandfreien Leistungen im Bereich Tiefbau, Wittl, für die Realisierung der Brunnenanlage und der Betonfertigteile, und Majuntke für die einwandfreie Leistung in der Begrünung
  • der Bayerischen Landessiedlung als Finanzierungsbeteiligter für die Realisierung dieses Quartiersplatzes
  • den Verantwortlichen des Baureferates der Stadt für den engagierten Einsatz zum Gelingen der Maßnahme
  • den Eigentümer der Grundstücke, die diese Entwicklungsmaßnahme ermöglicht haben.
  • und nicht zuletzt allen Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteiles „An der Holzgartenstraße“, die während den Bauarbeiten viel Geduld bewiesen und kooperativ mitgewirkt haben;

Die Kollegen aus dem Tiefbauamt haben mir berichtet, dass Probleme in aller Regel im Gespräch einvernehmlich gelöst werden konnten. Dies freut mich besonders, denn es zeigt, wie wichtig es ist, dass Verwaltung und Bürger bei Projekten, die die Allgemeinheit betreffen, vertrauens- und verständnisvoll zusammenarbeiten. 

Mein besonderer Dank gilt auch den Sponsoren dieser heutigen Feier:

Der Bayerischen Landessiedlung,
dem Immobilienzentrum Regensburg
und der Fellerer und Trepnau Immobilien GmbH.

Abschließend möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern aus Reinhausen und Weichs viel Freude mit dem neuen Quartiersplatz wünschen. Nutzen Sie ihn als kommunikativen Treffpunkt, zum Spielen (Boules) oder einfach nur zur Entspannung.

An die Funktion des Platzes als Treffpunkt für Groß und Klein, Alt und Jung knüpft auch sein Name an, den der Planungsausschuss des Stadtrats am 16. Juli beschlossen hat. Denn die Frau, nach der er benannt wird, war eine echte Regensburger Institution. Maria Beer, die „Radifrau“ aus Reinhausen, geboren am 6. Juli 1904 als Maria Danner, gestorben am 15. November 1998.

Von 1918 bis in die 1980er Jahre hat sie den berühmten Weichser Radi am Adlerbrunnen vor dem Westportal des Doms verkauft. Das Marktweiberl mit seinen geschrubbten, gebundenen weißen Wurzeln aus Weichs war nicht nur jedem Regensburger, jeder Regensburgerin ein Begriff. Auch bei den Touristen war sie so bekannt wie der Dom und die Steinerne Brücke.

Ich freue mich sehr, dass wir ihr mit diesem Platz nun ein Denkmal setzen können.

Gleichzeitig mit der Enthüllung der Namenstafel möchte ich nun auch den Startschuss für die Inbetriebnahme der Brunnenanlage geben: Wasser marsch!