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Stadtfreiheitstag - Verleihung städtischer Auszeichnungen

-Es gilt das gesprochene Wort-

Verleihung der Albertus-Magnus-Medaille an Prof. Dr. phil. Josef Eckstein, Präsident der Hochschule Regensburg a. D.

Die durch Stadtratsbeschluss vom 18.05.1949 geschaffene Albertus-Magnus-Medaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich als Wissenschaftler, Künstler oder Förderer der kulturellen Bestrebungen der Stadt besondere Verdienste erworben haben.

In diesem Jahr ehrt die Stadt Regensburg Herrn Prof. Dr. phil. Josef Eckstein, Präsident der Hochschule Regensburg a. D.

Geboren 1946 in Tirschenreuth, studierte Herr Prof. Dr. Eckstein an den Universitäten Regensburg und Würzburg, jeweils mit einem Diplom als Abschluss. Seine Promotion zum Dr. phil. erfolgte 1982 an der Universität Regensburg.

Seine ersten Berufsjahre führten ihn zum Katholischen Bildungswerk, an die Universität Regensburg und wieder zurück zur Diözese Regensburg.

Im September 1996, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Eckstein, wechselten Sie schließlich an die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Regensburg.

Sehr schnell begannen Sie Verantwortung in der Hochschulleitung zu übernehmen. Bereits im Oktober 1999 wurden Sie deren Vizepräsident. Vom 15. März 2006 bis zu Ihrem Eintritt in den Ruhestand im Frühjahr 2012 waren Sie Präsident der Hochschule Regensburg.

Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Eckstein hat sich die Hochschule, die in ihrer heutigen Form seit 1971 besteht, deutlich weiterentwickelt und profiliert. Die Änderungen im Bayerischen Hochschulgesetz, die Umsetzung des Bologna Prozesses, stark ansteigende Studierendenzahlen –von rund 5700 Studenten im Jahre 2005 auf heute 8100 – und deutlich sichtbare bauliche Maßnahmen prägen die „Ära Prof. Eckstein“.

Schwerpunkte seines Wirkens waren sicherlich die zunehmende Internationalisierung der Hochschule Regensburg sowie der Ausbau von Forschung und Entwicklung. Hatte die Hochschule im Jahr 2005 60 Partnerhochschulen, sind es heute 117.

Ein Kernanliegen war Ihnen stets die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie verstanden es dabei, Hochschul- und Standortpolitik für Regensburg in herausragender Weise zu verbinden. Sie haben somit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung Regensburgs hin zu einer Stadt des Wissens geleistet.

Durch eine klare Profilbildung der Hochschule für angewandte Wissenschaften gelang es Herrn Prof. Dr. Eckstein, Regensburg für junge Menschen noch attraktiver zu gestalten und mit neuen Themen wie z.B. der Sensorik, erneuerbarer Energiequellen oder Medical Engineering die regionalen Stärken des Wirtschaftsstandortes Regensburg weiter auszubauen.

Seit 29. Juni 2012 steht Herr Prof. Dr. Eckstein an der Spitze des Vereins Zweites Leben, der sich für die Förderung und Integration von Menschen mit Schädel- Hirnverletzungen einsetzt und in den vergangenen Jahren zahlreiche bemerkenswerte Projekte anstoßen und verwirklichen konnte.

Für Sie war es selbstverständlich, sich nach dem Ende des Berufslebens ehrenamtlich zu engagieren. Sie selbst haben betont, es sei für Sie nie in Frage gekommen, im Ruhestand die Füße hochzulegen. Wer gesund sei, habe die Verpflichtung, auch weiterhin der Gesellschaft Nützliches zu tun.

Für den Wissenschaftsstandort Regensburg haben Sie, Herr Prof. Dr. Eckstein, bedeutendes geleitet. Ich darf Ihnen, recht herzlich zu der Auszeichnung gratulieren.

Der Stadtrat hat am 25. Mai 2004 beschlossen, die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ zu schaffen. Damit werden Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben haben.

 

Verleihung der Stadtschlüssel an Ingrid Dettenhofer

Frau Ingrid Dettenhofer ist Gründungsmitglied des im Mai 2000 ins Leben gerufenen Vereins Zweites Leben e.V. , einem deutschlandweit einmaligen Projekt, das das Ziel verfolgt, die bestehenden Lücken in der Nachsorge bei Schädel-Hirn-Verletzungen zu schließen und den Betroffenen sowie den Angehörigen eine ermutigende Lebensperspektive zu eröffnen.

Nach ersten Kontakten zu Patienten und deren Angehörigen der Fachklinik für Neurologische Rehabilitation am Bezirksklinikum Regensburg im Jahr 1995 ergriff Frau Dettenhofer die Initiative und gründete eine Gruppe von Ehrenamtlichen, ähnlich einem Besuchsdienst. Daraus entwickelte sich die Idee zur Gründung eines Vereins.

Im April 2001 übernahm Frau Ingrid Dettenhofer zunächst kommissarisch den Vereinsvorsitz. Im folgenden Jahr wurde sie zur 1. Vorsitzenden gewählt. Diese Aufgabe erfüllten Sie, sehr geehrte Frau Dettenhofer, insgesamt 11 Jahre lang, bis zum Juli dieses Jahres, mit außergewöhnlichem, persönlichem Engagement. Und obwohl Sie vor wenigen Monaten den Vereinsvorsitz aufgegeben haben, bleiben Sie als Ehrenvorsitzende „Ihrem“ Verein weiterhin treu.

Sie standen als Vorsitzende immer an vorderster Front, hielten den Kontakt zu Sponsoren und Spendern aufrecht und öffneten dem Verein durch Ihre zwar bestimmte, aber stets liebenswerte Art immer wieder aufs Neue Türen.

Mit seinen Einnahmen betreibt der Verein u. a. die Cafeteria in der Neuro-Reha am Bezirksklinikum Regensburg. Trotz erster Anlaufschwierigkeiten konnte das Café dank Ihrer Beharrlichkeit und Ihres Durchhaltevermögens, Frau Dettenhofer, eröffnet werden und ist heute ein beliebter Treffpunkt für Betroffene und Angehörige.

Das bisher größte Projekt, das der Verein gestemmt hat, war die Finanzierung und Errichtung des Nachsorgezentrums Haus zweites Leben, das im Jahr 2008 in Betrieb ging. Mit dem Nachsorgezentrum konnte die Versorgungslücke zwischen der Entlassung aus der Rehabilitation und der Rückkehr in den Alltag geschlossen werden.

Das neue Projekt des Vereins heißt „Wohnen im Zweiten Leben im Zentrum der Stadt“. Junge betroffene Menschen sollen wieder an der Gesellschaft teilnehmen und unter optimalen Bedingungen sowie angemessener Betreuung stadtnah wohnen können. Ein passendes Grundstück gibt es; ich bin sicher, dass die Umsetzung des Projekts bald erfolgen wird.

Sie, Frau Dettenhofer, haben nicht nur einen überragenden Anteil am großen Erfolg des Vereins Zweites Leben e.V., sondern haben diesen während Ihrer Zeit als erste Vorsitzende geprägt. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit war ein „Fulltimejob“, Ihr Terminkalender immer gut gefüllt. Und dennoch haben Sie nie den Kontakt zu den Betroffenen verloren und geben diesen Hoffnung durch Ihre ganz besondere menschliche Art.

Im Jahr 2008 wurden Sie zurecht mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste ausgezeichnet.

Sehr geehrte Frau Dettenhofer, mit Ihrem unentwegten Engagement haben Sie dazu beigetragen, die Lebensqualität für Patienten mit Schlaganfall und Schädel-Hirn-Verletzungen erheblich zu verbessern. Dafür gebühren Ihnen unser aller Dank und unsere Anerkennung. Ich freue mich sehr, Ihnen die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ überreichen zu dürfen und gratuliere Ihnen herzlich zu der Auszeichnung.

 

Verleihung der Stadtschlüssel an Sissi Riebeling

Frau Sissi Riebeling setzt sich seit Gründung des Fördervereins „Aktion Sonnenschein Regensburg e.V.“ tatkräftig für die Belange von entwicklungsauffälligen Kindern und Kindern mit Behinderungen ein.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Sozialpädiatrische Kinderzentrum St. Martin durch Öffentlichkeitsarbeit und das Sammeln von Spendengeldern zu unterstützen.

St. Martin ist sowohl für die medizinisch-fachliche, als auch für die menschliche Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Störungen oder mit Auffälligkeiten in der Entwicklung zuständig. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen, trotz ihrer Einschränkungen, zu einem möglichst aktiven, eigenständigen und selbst bestimmten Leben zu befähigen.

Sie, sehr geehrte Frau Riebeling, wissen sehr wohl, wie wichtig es ist, dass nicht nur die betroffenen Kinder, sondern die gesamte Familie unterstützt und betreut wird.

Mit den Einnahmen aus unterschiedlichsten Aktionen schafft der Förderverein zusätzliche Diagnostik- und Therapieangebote und finanziert anteilig Stellen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Gelder kommen so direkt den Kindern und Jugendlichen und deren Familien zu Gute.

Sie, Frau Riebeling, haben vor 30 Jahren gemeinsam mit dem damaligen Leiter des Kinderzentrums St. Martin alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen unterstützenden Verein für das Kinderzentrum St. Martin ins Leben zu rufen. Mit großer Tatkraft übernahmen Sie damals den Vereinsvorsitz und sind bis heute aufgrund Ihres persönlichen Einsatzes das Gesicht der Aktion Sonnenschein.

Mit viel Kreativität und Initiative entstehen im Kreise der Mitglieder Ideen für neue Aktionen; der Verein kann eine lange Liste erfolgreicher Spenden- und Benefizveranstaltungen vorzeigen.

Durch ihre aufgeschlossene und zupackende Art schafft es Frau Riebeling immer wieder, Menschen zu begeistern und zu motivieren.

Aufgrund ihres engagierten Auftretens ist es Frau Sissi Riebeling gelungen, auch einen Stamm von regelmäßigen Spendern aufzubauen. Mit Stolz kann der Verein auf eine Summe von mehr als 1,2 Mio. Euro blicken, mit der das Kinderzentrum bisher unterstützt wurde.

Neben der enorm wichtigen finanziellen Unterstützung steht der Verein dem Kinderzentrum St. Martin auch partnerschaftlich, sozusagen „moralisch“ zur Seite. Sie, Frau Riebeling, und die weiteren Vereinsmitglieder sind für das Kinderzentrum ein verlässlicher und treuer Partner. Durch Ihre langjährige Zusammenarbeit wissen Sie, woran es mangelt und wo Hilfe vonnöten ist. Sie setzen all Ihre Kräfte und Ihr Herzblut ein, um Verbesserungen zu erreichen. So wird es auch in Zukunft möglich sein, junge Menschen mit Handicap auf ihrem Weg durchs Leben bestmöglich zu begleiten.

St. Martin hat durch Ihre bemerkenswerte Arbeit einen starken Partner im Rücken und kann auch in Zukunft auf Ihre wertvolle Hilfe vertrauen. Mit Ihrem selbstlosen Eintreten leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die Unterstützung von Kindern mit Behinderung und deren Familien.

Dafür danken wir Ihnen.

Ich darf Ihnen nun die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ überreichen und gratuliere Ihnen hierzu sehr herzlich.

 

Verleihung des Kulturpreises an Gerwin Eisenhauer

Sehr geehrter Herr Eisenhauer, ich freue mich sehr, Ihnen heute den Kulturpreis der Stadt Regensburg 2012 überreichen zu dürfen.

Wie kaum ein zweiter bewegen Sie sich mit unglaublich hoher musikalischer Qualität durch verschiedene Stile und Genres. Sie sind nicht nur ein überaus passionierter Schlagzeuger und Perkussionist, sondern auch ein sehr erfolgreicher Komponist, Dozent und Publizist.

Mit Ihrem bewundernswerten Talent und Können am Schlagzeug trotzen Sie, lieber Gerwin Eisenhauer, jedem digital erzeugten Rhythmus. Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt über Sie: „Der Regensburger Musiker kreiert auf seinem Drumset „Klänge, die manche Loungefreaks mit zehn Laptops nicht hinbekommen“ würden. Das Magazin „Die Lichtung“ schwärmt von Ihnen: „Wenn von Tempo die Rede ist, mit Gerwin Eisenhauer […] hält kein anderer Schlagzeuger mit.“

Gerwin „Geff“ Eisenhauer wurde 1967 in Weiden in der Oberpfalz geboren und studierte am renommierten Drummers Collective in New York. Seine Tourneen und Konzerttätigkeiten mit eigenen Bands und als Ensemblemitglied führten ihn mit den Größen der Jazz-, Rock- und Popszene durch die Welt, zu internationalen Jazzfestivals – unter anderem in Chicago und New York – und zu zahlreichen renommierten Bühnenproduktionen.

Mit der sensationellen „Frank Sinatra Tribute Band“ konzertierte Gerwin Eisenhauer in allen großen deutschen Häusern – vom Friedrichstadt-Palast in Berlin bis zur Alten Oper in Frankfurt.

Lieber Gerwin Eisenhauer, Sie bereichern das kulturelle Leben unserer Stadt auf wertvollste Weise: Für Festivalreihen und Veranstaltungen rufen Sie neue Bands ins Leben, formen diese und realisieren einzigartige musikalische Projekte.

Eines der schillerndsten ist zweifelsohne „Trio ELF“. Das Ensemble ist eine international hochgeachtete Jazzformation.

Darüber hinaus begeistern Sie, lieber Gerwin Eisenhauer, seit vielen Jahren als Dozent und Musikpädagoge. Mit spürbarem Enthusiasmus setzen Sie sich für den Nachwuchs der Musikszene ein. Sie lehren unter anderem am Regensburger „Music College“ und geben in internationalen Workshops und in Ihren Schlagzeug-Lehrbüchern Ihre Leidenschaft für Musik weiter.

Lieber Gerwin Eisenhauer, Sie sind nicht nur ein absolutes Ausnahmetalent als Percussionist; durch Ihre vielfältigen musikalischen Leistungen und Ihr kreatives Kulturschaffen sind Sie eine Bereicherung für unsere Stadt. Nachwuchskünstlerinnen und -künstler – und nicht nur denen – dienen Sie längst als besonderes musikalisches Vorbild und als Inspiration.

Es ist mir daher eine besondere Ehre, Ihnen, lieber Gerwin Eisenhauer, den Kulturpreis der Stadt Regensburg für das Jahr 2012 im Namen des Stadtrats und der Stadt verleihen zu dürfen.

Ich darf Ihnen nun die Urkunde überreichen

 

Verleihung des Kulturförderpreises an Angela Kreuz

Sehr geehrte Frau Kreuz, Ihre unerschütterliche Liebe zur Literatur, Ihre Neugier und Ihr Enthusiasmus zeichnen Sie aus. Das Spektrum Ihres Schaffens reicht von Romanen und Erzählungen über Gedichte und Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien bis hin zu mitreißenden Hörbuch-Features.

Literarische Vielseitigkeit macht Angela Kreuz so einzigartig. Sie streckt ihre Fühler in alle Richtungen der Welt aus, kommt zurück und schreibt darüber.

Und auch die Welt profitiert von ihren Eindrücken. Inzwischen werden ihre inspirierenden Gedichte in angelsächsischen Ländern als Deutschlektüre für Sprachstudierende verwendet.

Zu den Stärken der Regensburger Literatin gehören ihre wunderbaren Gedichte. Doch vielseitig wie Angela Kreuz ist, entfaltet sie ihr Talent ebenso in aufwendig recherchierten Romanen. Sechs belletristische Bücher und ein Hörbuch hat die Autorin bereits publiziert. Ihr politisches Engagement zeigt sich in der Auswahl der Themen.

Die Literatin ist für die historische Aussagekraft und Authentizität ihrer Publikationen bekannt. Den mitunter schweren Themen ihrer Romane begegnet Angela Kreuz mit der ihr eigenen sprachlichen Eleganz. Denn sie schreibt, wie die Mittelbayerische Zeitung feststellt „in zierlichen Wendungen, in wohlgesetzten Reden und versehen mit adjektivreichen Schilderungen.“

Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet Angela Kreuz an einer ganzen Fülle von literarischen Projekten. Gerade die Arbeit mit nicht-professionellen Literaturliebhabern und -neugierigen liegt ihr sehr am Herzen. Ihre Lesungen an ungewöhnlichen Orten bereichern das kulturelle Leben unserer Stadt.

Neugierig auf Literatur möchte Angela Kreuz vor allem auch Jugendliche machen. Mit dem Projekt „SchuleSchülerSchreiben“ will sie Jugendlichen in unserer heutigen Mediengesellschaft wieder den Zugang zur Literatur öffnen. Sie möchte damit die Kreativität der Jugendlichen wecken und ihr Selbstvertrauen stärken.

Liebe Frau Kreuz, mit Ihrem breiten, vielseitigen Wirken beschreiten Sie neue literarische Pfade und setzen Ihre wertvollen Ideen mit beispiellosem Engagement und großer Zielstrebigkeit um. Ich freue mich sehr, Ihnen, liebe Frau Kreuz, als einem literarischen Aushängeschild der Stadt Regensburg heute einen Kulturförderpreis 2012 verleihen zu dürfen.

 

Verleihung des Kulturförderpreises an Erik Grun

Als Erik Grun 1996 Mitglied des Arbeitskreises Film in Regensburg wurde, sollte sich sein Leben von Grund auf ändern.

Erik Grun ist heute Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und oft auch Schauspieler und Kameramann in einer Person.

Die Mittelbayerische Zeitung schrieb über den Filmemacher: „Von manchen wird Erik Grun ja schon als der Ed Wood Regensburgs gesehen.“ Der „Ed Wood Regensburgs“ ist auf jeden Fall stark durch Bayern und Regensburg geprägt. Denn sein Motto lautet: „Man muss nicht nach München oder Los Angeles ziehen, um Filme zu machen. Mach sie da, wo du lebst“. Deshalb spielen Erik Gruns Filme in seiner Lebenswelt – und in der seines Publikums.

Im Alter von 23 Jahren kam Erik Grun von Thüringen nach Bayern. Er ist in Regensburg zuhause und hat sich gleichzeitig die erforderliche Distanz bewahrt, um als Beobachter auf unsere Stadt zu blicken. Seine Filme sind immer voller Charme und eine liebevolle Betrachtung seiner Mitmenschen; und trotz aller kritischer Fragen sind seine Filme vor allem eines: ausgezeichnete Unterhaltung.

Nicht nur das Publikum ist von Erik Gruns Filmen begeistert, auch die Kritik zeigt sich äußerst beeindruckt. So gewann er zum Beispiel bereits viermal den „Großen Bayerischen Löwen“ und zweimal den Mittelbayerische.de-Regionalfensterpreis der Regensburger Kurzfilmwoche. Die Lobesrede der Kurzfilmwochen-Jury für seinen Preisträgerfilm „Kaffeegenuss“ verpasste Erik Grun. Er war nicht nur terminlich verhindert, sondern hatte mit dem Preis auch schlicht nicht gerechnet. Bescheidenheit zeichnet den Filmemacher aus – ebenso wie sein Spaß am kreativen Arbeiten.

Diese Freude springt auf seine Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller über, die mit großer Begeisterung in seinen Filmen spielen.

Nachwuchsförderung ist Erik Grun ein großes Anliegen. Mit Film-Workshops möchte er die jüngere Generation außerdem für einen kritischen Umgang mit den Medien sensibilisieren.

Sehr geehrter Herr Grun, mit Ihrem Können und Ihrer Leidenschaft für den Film sind Sie aus der Regensburger Kinoszene nicht mehr wegzudenken. Sie erschaffen höchst unterhaltsame Komödien, die gleichzeitig ein berührender Spiegel unserer bayerischen Gesellschaft sind. Die Filme Ed Woods haben heutzutage Kultstatus. Und ihre Filme, lieber Herr Grun, sind auf dem besten Wege, bayerische Kultfilme zu werden.

Ich freue mich deshalb sehr, Ihnen heute einen Kulturförderpreis 2012 der Stadt Regensburg verleihen zu dürfen. Von ganzem Herzen gratuliere ich zu dieser Auszeichnung. Im Namen der Stadt darf ich Ihnen nun die Urkunde überreichen.

 

Verleihung des Kulturförderpreises an Mischkultur e.V.

„Diese Kleinkunst ist große Kunst. (…) Mit Herz und ganz viel Liebe.“

So beginnt die „Mittelbayerische Zeitung“ eine Hommage an den Verein „Mischkultur e. V.“. Tausende begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer zieht der gemeinnützige Regensburger Verein mit seinem extravaganten Kulturschaffen in den Bann. Das Programm von Mischkultur ist geistreich, charmant, faszinierend und unterhaltsam.

„Mischkultur e. V.“ wurde im Jahr 2010 als eine offene Plattform für junge kulturbegeisterte Erwachsene gegründet. Dem kreativen Talent und Können seiner Mitglieder verdanken wir Beiträge aus den Bereichen der Kleinkunst, Medienkunst, Bildenden Kunst, des Theaters, des Tanzes und der Musik. Mit Varieté, Jonglage, Zirkuskunst, Artistik, Gesang und Instrumentalmusik bereichern sie das kulturelle Leben unserer Stadt.

Mischkultur e.V. gibt ungewöhnlicher Kunst und Kultur einen Raum in Regensburg. Durch die Veranstaltungsreihen „Varietat“ und „Kulturpflaster“ ist es dem Verein gelungen, Regensburg als Performanceort für moderne Varieté- und Straßenkunst bekannt zu machen. Die Straßen der Regensburger Innenstadt werden so an einem Wochenende wortwörtlich zum „Kulturpflaster“ für professionelle Straßenkünstlerinnen und -künstler.

Auf einzigartige Weise verbindet Mischkultur regionale Einflüsse mit Elementen des Cirque Nouveau, Modernen Theaters und Zeitgenössischen Tanzes.

Kontakt und Austausch ist den Vereinsmitgliedern dabei sehr wichtig: Immer öfter gewinnt Mischkultur für seine Vorstellungen hochrangige, international bekannte Artistinnen und Artisten.

Ebenso treten die Mitglieder von Mischkultur auf großen ausländischen Conventions mit ausländischen Kolleginnen und Kollegen in Kontakt und lassen sich von neuartigen Ansätzen inspirieren.

Es ist mir daher eine besondere Ehre, Ihnen, liebe Tine Christa und lieber Clemens Rudolph, als Vorsitzende des Vereins „Mischkultur e. V.“ stellvertretend für alle Vereinsmitglieder einen Kulturförderpreis 2012 der Stadt Regensburg verleihen zu dürfen. Von ganzem Herzen gratuliere ich Ihnen und den weiteren treibenden Kräften des Vereins, Erik Müller-Rochholz, Roman Christa, Ruth Wahl, Peter Gerber, Marie Luisa Dünger und allen Unterstützern des Vereins zu dieser Auszeichnung. Ich darf Ihnen nun die Urkunde mit dem folgenden Wortlaut überreichen: …

 

Verleihung des Prof.-Josef-Engert-Preises an Dr. Bettina Ulrike Schwick

Sehr geehrte Frau Dr. Schwick, Sie wurden für Ihre Dissertation mit dem Titel „Dieser Stein / Soll der Nachwelt Zeuge seyn. Typologische und ikonographische Studien zu barockzeitlichen Epitaphien weltlicher Verstorbener der Reichsstadt Regensburg im Kontext ihrer Sepulkral- und Memorialkultur“ vom Rektor der Universität Regensburg für den diesjährigen Professor-Josef-Engert-Preis vorgeschlagen. Es ist mir eine große Freude, Ihnen diesen Preis heute verleihen zu dürfen.

Im Jahr 2007 wurden Sie, Frau Dr. Schwick, an der Universität Regensburg als Doktorandin im Fach Kunstgeschichte angenommen. Sie promovierten 2011 mit „magna cum laude“.

Die Doktorarbeit von Frau Dr. Schwick vermisst „kunsthistorisches Neuland“, wie Professor Dr. Albert Dietl in seinem Zweitgutachten schreibt. Durch die Dokumentation und Analyse der regionalen Skulptur- und Memorialkunst leistete sie nicht nur wichtige Pionier- und Grundlagenarbeit, sondern verfasste auf lange Sicht wohl auch ein Standardwerk.

Frau Dr. Schwick rekonstruiert darin die ursprünglichen Bestattungsorte in Regensburg und schafft damit die notwendigen Voraussetzungen für eine personalgeschichtliche Zuordnung der Epitaphien, die als

Zeugnisse der Konfessions- und Kulturgeschichte Regensburgs von enormem Wert sind. Durch die Entschlüsselung der barocken Epitaphien gelang es Frau Dr. Schwick, einen weiteren, bisher verborgenen Stein ins Mosaik der Regensburger Stadtgeschichte zu setzen.

Die Dissertation ermöglicht uns auch, einen tieferen Einblick in die Lebensumstände der Menschen zur Zeit des Immerwährenden Reichstags zu nehmen und kommt damit gerade recht zum Jubiläum des Beginns dieser Institution vor 350 Jahren. So wurde die Stadt im Jahr 1713 von der Pest heimgesucht, die mehr als 8.000 Opfer forderte, weshalb der Reichstag in diesem Jahr sogar nach Augsburg verlegt werden musste. Die Arbeit Frau Dr. Schwicks erinnert uns daran, wie stark der Alltag und die Kulturgeschichte der Reichsstädterinnen und Reichsstädter, neben den Sinnenfreuden des Barocks und des Rokokos, auch vom Thema des Todes und des Totengedenkens geprägt wurden.

Es ist mir eine außerordentliche Ehre, Ihnen, liebe Frau Dr. Schwick, heute den Professor-Josef-Engert-Preis 2012 verleihen zu dürfen.

Ich gratuliere Ihnen deshalb im Namen der Stadt Regensburg von Herzen zu dieser Auszeichnung und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg in Ihrem wissenschaftlichen Wirken.