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Ehrungen Freiwillige Feuerwehr

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Ehrung für langjährige aktive Dienstzeit bzw. langjährige Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr und Verabschiedung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren, die in den Jahren 2009 bis 2011 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, am 22.10.2011 um 17.30 Uhr im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses

Begrüßung

Es ist mittlerweile schon eine schöne Tradition, dass alle 2 Jahre – meistens im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche - Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Regensburg für langjährige aktive Dienstzeit im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses durch den Oberbürgermeister geehrt werden. Die Ehrung erfolgt nicht für Vereinszugehörigkeit, sondern ausschließlich für ehrenamtliche aktive Dienstleistung in der öffentlich-rechtlichen Einrichtung „Freiwillige Feuerwehr".

Ich habe heute auch die Ehre, vier verdiente Feuerwehrangehörige aus dem aktiven Dienst besonders zu verabschieden und zusammen mit dem Bezirksfeuerwehrverbandsvorsitzenden der Oberpfalz und Kreisbrandrat des Lkr. Regensburg, Herrn Waldemar Knott, zwei Führungskräfte mit dem Bayerischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber sowie eine Führungskraft mit der Bayerischen Feuerwehr-Ehrenmedaille auszuzeichnen.

Nach dem Gesetz über die Schaffung eines Feuerwehr-Ehrenzeichens, das vom Bayerischen Landtag bereits im Jahre 1952 beschlossen wurde, wird das Ehrenzeichen vom bayerischen Innenminister in 2 Stufen verliehen und zwar in Silber für 25-jährige und in Gold für 40-jährige Dienstzeit.

Ich freue mich, dass sich unter den Dienstjubilaren für 40-jährige aktive Dienstzeit auch der langjährige Löschzugführer des Löschzuges Sallern, Herr Karlheinz Schreiner, der frühere langjährige Löschzugführer des Löschzuges Winzer, Herr Peter Prasch, der frühere Kommandant und derzeitige 2. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Harting, Herr Maximilian Urban, sowie der frühere stv. Löschzugführer des Löschzuges Sallern, Herr Hermann Hildner, befinden. Besonders erfreulich ist es, dass mit Frau Silvia Frummet die erste Frau bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Regensburg für 25-jährige aktive Dienstzeit geehrt wird. Zum ersten Mal hat sich auch die BMW Werkfeuerwehr dieser Ehrung angeschlossen. Ein Mitglied der nebenberuflichen Werkfeuerwehr wird für seine 25-jährige Dienstzeit ausgezeichnet.

Sie alle haben sich durch Ihre 40- bzw. 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im aktiven Feuerwehrdienst in hohem Maße um das Gemeinwohl verdient gemacht, wofür ich Ihnen im Namen des Stadtrates und auch persönlich sehr herzlich danke.

Die aktive Dienstleistung in der Freiwilligen Feuerwehr ist im Bayerischen Feuerwehrgesetz genau festgelegt. Sie beginnt frühestens mit 12 Jahren und endet, seit der Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes 2008, mit dem 63. Lebensjahr, so dass nunmehr im günstigsten Falle eine 51-jährige aktive Dienstleistung möglich ist. Daher gibt es derzeit Überlegungen, wie eine 50-jährige aktive Dienstzeit in Zukunft gewürdigt werden kann. Aber auch nach Beendigung des aktiven Dienstes bleiben die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner ihrer Feuerwehr verbunden und leisten als passive Mitglieder vielfach noch sehr wertvolle Dienste.

So freue ich mich ganz besonders, dass ich heute auch 16 Herren für langjährige Vereinszugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Regensburg, nämlich für 60, 55, 50 und 40 Jahre Mitgliedschaft mit einer Ehrenurkunde der Stadt Regensburg auszeichnen kann.

Für 60-jährige Mitgliedschaft wird Herr Josef Melzl geehrt, der sich große Verdienste als langjähriger Löschzugführer des Löschzuges Sallern erworben hat. Herr Melzl kann heute leider nicht an dieser Ehrung teilnehmen. Die Urkunde wird ihm bei der Jahreshauptversammlung nachträglich überreicht. Mit einer Ehrenurkunde für 50-jährige Mitgliedschaft wird heute auch der langjährige stv. Löschzugführer des Löschzuges Weichs, Herr Herbert Winter, ausgezeichnet.

Sie alle wissen aus eigener Erfahrung: Der Lohn für Ihr Engagement ist nicht nur der Dank der Mitmenschen oder die Freundschaft mit Nachbarn und Mitbürgern, sondern auch ein erfülltes Leben. Denn: Wer viel gibt, der bekommt auch viel zurück!

Die Freiwillige Feuerwehr hat ja gerade in Regensburg eine große Tradition. Sie ist heuer 153 Jahre alt geworden und ist damit die älteste Feuerwehr Altbayerns; das heißt, sie wurde u.a. früher gegründet als die Feuerwehr der Landeshauptstadt München.

Wenngleich in Regensburg auch die Berufsfeuerwehr seit 84 Jahren besteht, so ist heute die Freiwillige Feuerwehr mehr denn je ein unverzichtbarer Bestandteil einer schlagkräftigen Feuerwehr für die Stadt, denn der Brand- und Katastrophenschutz kann nur von beiden gemeinsam geleistet werden.

Für die laufenden Alltagseinsätze ist die Berufsfeuerwehr unverzichtbar. Sobald jedoch ein Einsatz über das normale Maß hinausgeht oder mehrere Einsätze gleichzeitig anfallen, ist die Unterstützung durch die Freiwilligen Feuerwehren unabdingbar. Dies beweisen unter anderem auch die 482 Einsätze, Alarmbereitschaften und Sicherheitswachen (ohne Theater Regensburg), die von den Freiwilligen Feuerwehren im vergangenen Jahr geleistet wurden. Gerade auch bei flächendeckenden Ereignissen (wie Hochwasser oder Unwetter) zeigt sich die besondere Stärke der Freiwilligen Feuerwehr, wenn sie innerhalb von Minuten mit über 20 Fahrzeugen und ca. 150 Feuerwehrdienstleistenden von den Gerätehäusern zu den Einsatzstellen ausrückt, um den Bürgern der Stadt zu helfen.

Ich darf Ihnen nun die Feuerwehr-Ehrenzeichen des bayerischen Innenministers und die Ehrenurkunden der Stadt Regensburg überreichen.

Verabschiedung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren, die in den Jahren 2009 bis 2011 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind

Bei einem Gespräch mit den Führungskräften der Freiwilligen Feuerwehren wurde vom damaligen Stadtbrandinspektor Horn die Anregung vorgetragen, ob es nicht möglich wäre, diejenigen Feuerwehrangehörigen, die nach jahrzehntelanger ehrenamtlicher Tätigkeit aus dem aktiven Dienst ausscheiden, durch den Oberbürgermeister besonders zu verabschieden.

Ich bin diesem Wunsch gerne nachgekommen und heute werden bereits zum sechsten Mal Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren, die in den Jahren 2009 bis 2011 gemäß Art. 6 Bayerisches Feuerwehrgesetz mit Vollendung des 60. bzw. 63. Lebensjahres ihren aktiven Feuerwehrdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr beendet haben bzw. bis zum 31.12.2011 beenden werden, in würdiger Form hier im Kurfürstenzimmer verabschiedet.

Hauptfeuerwehrmann Alois Hackl, Löschzug Sallern
Hauptlöschmeister Josef Stutika, FF Oberisling
Brandmeister Georg Graf, Löschzug Winzer
Stadtbrandinspektor Gottfried Schindler, FF Burgweinting

Sehr geehrte Herren!
Durch Ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit – die Dienstzeiten reichen von 38 bis 46 Jahren – haben Sie einen ganz wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der Stadt Regensburg und ihrer Bürgerinnen und Bürger geleistet. Der Bayerische Staatsminister des Innern hat Ihren Einsatz für das Gemeinwohl bereits mit der Verleihung des staatlichen Feuerwehr-Ehrenzeichens für 25- bzw. 40-jährige aktive Dienstzeit entsprechend gewürdigt.

Anlässlich Ihres Ausscheidens aus dem aktiven Feuerwehrdienst darf ich Ihnen namens des gesamten Stadtrates und auch persönlich für Ihre uneigennützige Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr nochmals sehr herzlich danken.

Die Freiwillige Feuerwehr hat ja gerade in Regensburg eine große Tradition. Vielfach wird davon gesprochen, dass die Freiwillige Feuerwehr die älteste Bürgerinitiative ist. Ich meine aber, dass die Freiwillige Feuerwehr mehr ist als eine Bürgerinitiative. Eine Bürgerinitiative ist in der Regel für etwas oder gegen etwas. Hier soll z.B. eine Lärmschutzwand gebaut werden und dort soll eine Brücke nicht gebaut werden.

Die Freiwillige Feuerwehr ist für mich die älteste und wohl auch effektivste Selbsthilfeeinrichtung der Bürgerschaft. Hier wird nicht gefordert, sondern hier wird angepackt und zugepackt.

Ich darf Ihnen nun ein persönliches Dankschreiben überreichen und gleichzeitig als kleines äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung einen gerahmten Merianstich von der Steinernen Brücke übergeben. Für die kommenden Jahre wünsche ich Ihnen alles Gute und weiterhin beste Gesundheit und würde mich freuen, wenn Sie der Freiwilligen Feuerwehr auch als passive Mitglieder weiterhin verbunden bleiben würden.

Auszeichnung mit dem Bayerischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber sowie mit der Bayerischen Feuerwehr-Ehrenmedaille

Bayerisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber
Oberbrandmeister Karlheinz Schreiner
Brandmeister Jürgen Christoph

Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille
Oberbrandmeister Walter Fritsch