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Jahrestagung des Verbandes für Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Bürgermeister Gerhard Weber zur Jahrestagung des Verbandes für Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer am Freitag, 16. April 2010, um 14 Uhr in der Hochschule für angewandte Wissenschaften

Anrede,

Die Wissenschaften haben in unserer Stadt eine viele Jahrhunderte lange Tradition, die sich sehr ausgeprägt in unseren Tagen fortsetzt. Geschichte, Geist und Kultur finden in Regensburg schon seit jeher zu einem spannenden Dreiklang zusammen. Und so ist es auch nicht überraschend, dass wir immer häufiger Kongresse, Tagungen und auch große Verbandsversammlungen mit wissenschaftlichem Hintergrund willkommen heißen dürfen.

Es freut mich außerordentlich, dass der Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer in Bayern diesmal in Regensburg zu seiner Landesversammlung zusammenkommt.

Die Stadt Regensburg schätzt sich gemeinsam mit der gesamten Region glücklich über das breitgefächerte Bildungsangebot in unserer Stadt: Die voruniversitären Schulen werden derzeit von 32 700 Schülerinnen und Schülern besucht. 6500 Studierende sind an der Hochschule für angewandte Wissenschaften eingeschrieben, gut 17 500 an der Universität.

Die Studentinnen und Studenten sind ebenso wenig aus unserem gesellschaftlich und kulturell höchst vielseitigen Stadtleben wegzudenken wie die vielen hundert Dozenten und Professoren, die in und um Regensburg leben.

Überhaupt stecken Lehre und Forschung fest in den Genen unserer Stadt: Bereits im Mittelalter war Regensburg ein bedeutendes Zentrum der Wissenschaften. Nur eine wirtschaftlich erfolgreiche und politisch bedeutende Stadt konnte sich damals das als Luxus empfundene Lehren und Lernen leisten. Die Geschichtsschreiber priesen Regensburg als die „volkreichste“ und „mächtigste“ Stadt Deutschlands.

Fehlte also nur noch eine Universität: Zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert scheiterten alle Pläne, Regensburg in den Rang einer Hochschulstadt zu erheben. Erst im Jahr 1965 wurde unsere heutige Universität gegründet.

Seither hat Regensburg einen sehr bemerkenswerten wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwung genommen, der sich zu unserer großen Freude stetig fortsetzt. Selbst die aktuell wohl abklingende Wirtschafts- und Finanzkrise hat uns weit weniger getroffen als andere Städte.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften und die Universität treiben die Entwicklung des Technologiestandortes Regensburg ganz entscheidend voran. Der BioPark, unser Biotechnologiezentrum, wurde bereits um einen zweiten Bauabschnitt erweitert. Der IT-Inkubator Ostbayern hat wesentlichen Anteil an einem Schwerpunktprojekt für IT-Sicherheit. Zahlreiche Unternehmen in Regensburg und der Region Ostbayern haben sich zu einer erfolgreichen Sensorik-Initiative zusammengeschlossen.

Die in unserer Stadt tätigen großen High-Tech-Unternehmen wie etwa Infineon, Continental, BMW, Osram Opto Semiconductors und die Maschinenfabrik Reinhausen können stets auf hoch qualifizierte Nachwuchskräfte zurückgreifen - nicht zuletzt dank der praxisorientierten Lehre, Forschung und Entwicklung an der Regensburger Hochschule.

Bei der Arbeitsplatzdichte steht Regensburg übrigens deutschlandweit auf Platz zwei – nach Frankfurt am Main. Und in einem europaweiten Zukunftschancen-Ranking unter 1000 Städten und Regionen belegt Regensburg den hervorragenden Platz acht.

In oberpfälzischer Bescheidenheit darf ich anmerken: Regensburg ist eine Erfolgsgeschichte, die wiederum eng verbunden ist mit ihren Hochschulen. Deshalb wird sich die Stadt mit aller Kraft darum bemühen, Standort einer weiteren Technischen Universität in Bayern zu werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir über alle Standortfaktoren verfügen, die für die Errichtung einer neuen TU erforderlich sind.

So, wie Stadtrat und Stadtverwaltung täglich daran arbeiten, dass die Regensburger Erfolgsgeschichte in noch möglichst vielen Kapiteln fortgesetzt werden kann – so sind Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, darum bemüht, an Ihren Hochschulen die Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung noch weiter zu steigern und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Regensburg und Sie, die Lehrenden an den bayerischen Hochschulen, eint aber auch noch eine Erkenntnis, die der Philosoph Johann Gottlieb Fichte vor etwas mehr als 200 Jahren formuliert hat. Wahr ist sie noch heute. Fichte sagte: „Wir lehren nicht bloß durch Worte – wir lehren auch weit eindringlicher durch unser Beispiel.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihrer Landesversammlung viele anregende Diskussionen und viel Erfolg.