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Stadtfreiheitstag 2009 - Verleihung städtischer Auszeichnungen

-Es gilt das gesprochene Wort-

Laudationes von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Verleihung der der Albertus-Magnus-Medaille, der Matthäus-Runtinger-Medaille, der Stadtschlüssel, des Kulturpreises, der Kulturförderpreise sowie des Prof.-Josef-Engert-Preises am Samstag, 14. November 2009, Altes Rathaus, Reichssaal

Albertus-Magnus-Medaille

Verleihung der Albertus-Magnus-Medaille an Herrn Prof. Dr. Alf Zimmer

Die durch Stadtratsbeschluss vom 18.05.1949 geschaffene Albertus-Magnus-Medaille wird Persönlichkeiten verliehen, die sich als Wissenschaftler, Künstler oder Förderer der kulturellen Bestrebungen der Stadt besondere Verdienste erworben haben.

In diesem Jahr ehrt die Stadt Regensburg den Altrektor der Universität Regensburg, Herrn Prof. Dr. Alf Zimmer.

Sehr geehrter Herr Professor,

nach Ihrer schulischen Laufbahn studierten Sie von 1967 bis 1971 Psychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Ihre universitären Stationen nach dem Studium waren in Deutschland zunächst Tübingen, wo Sie promovierten, Regensburg, Oldenburg und Münster.

Von 1980 bis 1983 hielten Sie sich als Visiting Scholar an der Stanford University in Kalifornien auf. Im Jahre 1982 habilitierten Sie sich. Von 1984 bis zu Ihrer Emeritierung im April 2009 waren Sie Professor für Allgemeine und Angewandte Psychologie an der Universität Regensburg.

Nach Ihrem Prorektorat von 1992 bis 1994 wurden Sie im Jahre 2001 zum Rektor gewählt. Auch dieses Amt haben Sie bis ins Frühjahr 2009 ausgeübt.

Sehr geehrter Herr Professor,

in einem Interview haben Sie einmal gesagt, ein Rektor sei eine Person, die eine Richtung angeben müsse, sich aber immer bewusst sein solle, dass man - auf einem Segelschiff gleich - nicht in jede beliebige Richtung segeln könne, sondern auf Strömungen und Wind zu achten habe. Sie mussten als Rektor Ihre „Trireme Universitas“ immer wieder durch äußerst unruhiges Wasser führen.

Waren zum einen die politischen Sparvorgaben zu Beginn des neuen Jahrtausends umzusetzen, so machten zum anderen im Verlauf Ihrer Amtszeit Themen wie z. B. Bologna-Prozess, die Umstellung auf das Bachelor System, die Einführung von Studiengebühren oder das Qualitätsmanagementprojekt ein Navigieren nicht unbedingt einfacher.

In Ihre Amtszeit fielen zudem die Umstrukturierung der Hochschulleitung sowie u. a. die Neueinrichtung dreier Sonderforschungsbereiche der deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der Name Alf Zimmer stand und steht für einen Verfechter der traditionellen Werte einer Universität, einen Kämpfer für die Freiheit von Forschung und Lehre, der die Institution Universität nicht nur als Einrichtung zur Wissensvermittlung sondern als Institution zur Entwicklung der Persönlichkeit versteht.

Dabei sahen Sie die Grenzen nicht auf dem Campus. Ihnen war eine umfassende Zusammenarbeit zwischen Universität, Stadt und Region wichtig, deren Verwirklichung betrachteten Sie für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Universität Regensburg geradezu als lebensnotwendig. Insbesondere wurde dies bei der Weiterentwicklung des Bioparks Regensburg deutlich, beim Umzug der Osteuropa-Forschungsinstitute von München nach Regensburg und beim Aufbau außeruniversitärer Forschungsinstitute.

Ihnen, sehr geehrter Herr Professor Dr. Zimmer, ist es gelungen, die Basis zu fundamentieren, auf der die Universität Regensburg gefestigt in eine handlungsfähige Zukunft blicken kann. Sie haben sich damit große Verdienste um die Universität Regensburg und gleichermaßen um den Wissenschafts- und Bildungsstandort Regensburg erworben.

Zu dieser besonderen Ehrung darf ich Ihnen herzlich gratulieren.

Matthäus-Runtinger-Medaille

Verleihung der Matthäus-Runtinger-Medaille an Herrn Dieter Dallmeier

Die durch Stadtratsbeschluss vom 26.07.1979 geschaffene Matthäus-Runtinger-Medaille kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich auf dem Gebiet der Wirtschaft, der Gesellschaft, im Arbeitsleben oder im vorpolitischen Raum große Verdienste um das Wohl oder das Ansehen der Stadt erworben haben.

Die Auszeichnung wir in diesem Jahr dem Unternehmer Dieter Dallmeier verliehen.

Sehr geehrter Herr Dallmeier,

im Jahre 1979 legten Sie die Meisterprüfung zum Radio- und Fernsehtechnikermeister ab. Bereits fünf Jahre später im Alter von 29 Jahren gründeten Sie in Regensburg das Unternehmen Dallmeier electronic, das als eines der ersten Unternehmen weltweit digitale Videorekorder entwickelte.

Basierend auf mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Übertragungs-, Aufzeichnungs- und Bildverarbeitungstechnologie, verstehen Sie sich als Pionier und Vorreiter im Bereich der digitalen Videosicherheitstechnik. Das Unternehmen Dallmeier electronic ist weltweit anerkannt als Markt- und Technologieführer und in vielen Ländern erfolgreich tätig.

Sie, sehr geehrter Herr Dallmeier, fungieren als "President und Chief Executive Officer". Als Geschäftsführer der internationalen Dallmeier Unternehmensgruppe sind Sie zuständig für den technischen Bereich einschließlich der Produktentwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing.

Das Unternehmen Dallmeier electronic wurde von Ihnen von der Gründung an geleitet und aufgebaut und ist heute mit über 250 Mitarbeitern eine der erfolgreichsten und größten Unternehmensneugründungen im Bereich IT und IT Security. Sie verstanden es - insbesondere in den letzten Jahren - Ihr Unternehmen konsequent auszubauen und im Bereich der Sicherheitsüberwachung zu einem der führenden Player weltweit aufzusteigen.

Sie konnten die Zahl der Mitarbeiter in den letzten 10 Jahren von 21 auf über 250 steigern und weltweit spektakuläre Projekte verwirklichen wie z. B: die Sicherheitsüberwachung der Pyramiden oder führender Spielcasinos in Macao.

Sehr geehrter Herr Dallmeier, Sie sind sowohl international ein Botschafter für High Tech aus Regensburg als auch auf regionaler Ebene dem Wirtschaftsstandort Regensburg treu verbunden. Ihr Unternehmen ist Mitglied im Cluster Strategische Partnerschaft IT- Security und Premiummitglied der Strategischen Partnerschaft Sensorik. Dort sind Sie auch Mitglied des Vorstandes und zugleich Mitglied des Aufsichtsrates der Sensorik Bayern GmbH.

Sehr geehrter Herr Dieter Dallmeier, Sie haben sich auf dem Gebiet der Wirtschaft große Verdienste um das Wohl und das Ansehen der Stadt erworben.

Ich gratuliere Ihnen herzlich zu der verdienten Auszeichnung.

Stadtschlüssel

Verleihung der Stadtschlüssel an Frau Lydia Jaggo

Der Stadtrat hat am 25.05.2004 beschlossen, die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ zu schaffen. Mit den Stadtschlüsseln werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben haben.

Sehr geehrte Frau Jaggo,

von 1974 bis 2009 waren Sie Dirigentin beim Akkordeonclub Regensburg und leiteten zeitweise bis zu vier Orchester. In Ihrer Zeit als Vereinsdirigentin führten Sie die Orchester des Akkordeonclubs Regensburg zu zahlreichen Erfolgen: So konnten bei den Bayerischen Akkordeonmeisterschaften mehrmals der Meister- oder der Vizemeistertitel gewonnen werden. Ebenso wurden bei den jährlich stattfindenden Tagen der Harmonika viele Siege errungen.

Sehr geehrte Frau Jaggo, Sie sind eine im Vereinsleben fest verwurzelte Persönlichkeit. Sie organisierten verschiedenste Jubiläums- oder Benefizkonzerte (z. B. mit Mütter in Not oder Sternschnuppe e.V.), wirkten bei städtischen Veranstaltungen mit und führten mit den Orchestern mehrere Auslandsfahrten durch, wo sie wiederum Gegenbesuche arrangierten. Unvergessen sind die gemeinsamen Auftritte zusammen mit dem Orchester Cosy aus Antwerpen, die den Neuhaussaal bis auf den letzten Platz füllten.

Sie leben und lieben die Musik, Ihre Begeisterung geben Sie seit Jahrzehnten im Rahmen der Jugendarbeit und der Musikerziehung an junge Menschen weiter. Ihr erfolgreiches Wirken schlägt sich nicht nur innerhalb des Akkordeonclubs positiv nieder, sondern verleiht dem Namen Regensburg weit über die Stadtgrenzen hinaus hohes Ansehen.

In Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Verdienste wurden Sie im Jahre 1998 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Sehr geehrte Frau Jaggo, Sie haben sich mit ihrem unermüdlichen Engagement große Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben.

Zu der verdienten Auszeichnung darf ich Ihnen herzlich gratulieren.

Kulturpreis

Sehr geehrter Herr Ludwig Hartmann,
sehr geehrter Herr Stephan Schmid,

am Anfang war eine geradezu verwegen anmutende Idee und jede Menge Idealismus,

am Anfang waren es 5 Konzerte, dann wurden es 8 in drei Tagen und dann 14 in vier Tagen,

am Anfang waren es die Freaks der Alten Musik, die zu den „Tagen der Alten Musik“ fanden, inzwischen sind die „Tage Alter Musik“ ein nicht wegzudenkender Höhepunkt im kulturellen Leben der Stadt Regensburg- kein Stuhl, keine Kirchenbank bleibt leer: Das ist vielleicht auch darauf zurückzuführen, dass sich die sogenannte „Alte Musik“ ja in Wirklichkeit auf keine Epoche beschränkt und alle Epochen vom Mittelalter bis zur Romantik erfasst.

Das Festival hat Meilensteine in der Karriere von vielen Ensembles gesetzt und jeder, der mit historischer Aufführungspraxis zu tun hat, möchte einmal hierher kommen. Zahlreiche Meinungen von Musikern und Kritikern belegen die führende Position der „Tage Alter Musik“ im weltweiten Festivalpanorama.

Genauso wie beim Jazz-Weekend gilt es einfach: man will mit dabei sein in Regensburg!

Das weltweit führende Fachmagazin „Goldberg“ bezeichnete die „Tage Alter Musik“ unlängst „als eines der weltweit renommiertesten und traditionsreichsten Festivals“ für die „Alte Musik“. Dies ist um so höher zu bewerten, als in der Reihe der Festivals solche genannt sind, die über millionenschwere Etats verfügen.

Wer steht nun hinter diesem Festival? Seit 1984 sind Herr Ludwig Hartmann und Herr Stephan Schmid die treibenden Kräfte und der Motor dieses Festivals.

Regensburg ist nun schon seit Jahrzehnten am Pfingstwochenende, auch das ist absolute Tradition, „das Mekka zahlreicher Musikliebhaber aus aller Welt“.

Die Liebe zur Musik ist wie bei vielen anderen bei den Regensburger Domspatzen entstanden. Seit Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger Jahre kamen die Domspatzen mit der historischen Aufführungspraxis in Berührung und konnten vor allem durch hervorragende Schallplatteneinspielungen international beachtete Erfolge erzielen.

Diese Art des Musizierens hat die Herren Schmid und Hartmann wohl nie mehr losgelassen.

Die „Tage Alter Musik“ in Regensburg bedeuten sehr oft die vollkommene Einheit von Klang und Raum, die Begegnung mit Bekannten in ganz Europa gefeierten Ensembles ebenso wie die Entdeckung völlig unbekannter Musiker und Originalklangkörper. Den beiden Menschen, die all diese kostbaren musikalischen Momente jedes Jahr von neuem möglich machen, die mit bewundernswertem Idealismus und einer ebensolchen Kompetenz Regensburg alljährlich am Pfingstwochenende zu einem Zentrum der „Alten Musik“ machen und hoffentlich noch ein weiteres Vierteljahrhundert machen werden, gilt unser Dank und unsere Anerkennung.

Dass der Bayer. Rundfunk Ludwig Hartmann und Stephan Schmid auf deren Entdeckungsreisen durch eine faszinierend vielseitige musikalische Welt mit vielen Mitschnitten und Live-Übertragungen begleitet hat, ist mehr als eine Erwähnung wert. Die Stadt Regensburg war sich schon früh der Bedeutung der Tage alter Musik bewusst und verlieh „Pro musica antiqua“ bereits 2000 den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg.

Ich freue mich sehr, den Impulsgebern solch zauberhafter musikalischer Momente, heute den Kulturpreis der Stadt Regensburg 2009 verleihen zu dürfen.

Ich gratuliere Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

Kulturförderpreise

„Seine Arbeiten brauchen die Bühne, suchen die Aufmerksamkeit des Zuschauers, die Auseinandersetzung. Seinen Tuschemenschen [...] gehört die ganze Sympathie. Man muss sie einfach lieben, so wie ihr Zeichner es tut. [...]. Auch Peter Engel setzt seine Figuren der offenen Szene, dem Gelächter aus. Doch er tut es mit Liebe, er steht auf ihrer Seite. Hier regiert nicht Zynismus, hier regiert der Humor“. So schrieb der Verwaltungsleiter des Stadttheaters Fürth, Thomas Reher in der Einführung zum ersten Katalog unseres diesjährigen Kulturförderpreisträgers aus dem Bereich der bildenden Kunst.

Peter Engel, seines Zeichens freiberuflicher Bühnenbildner, Illustrator und auch Dozent für Bühnenbilder, Objekte und Plakate an der Akademie in Regensburg, erhält einen Kulturförderpreis 2009.

Peter Engel ist ein Jongleur des feinsinnigen Humors, ein Wort- und Bildakrobat, geistreich und pointiert. So brilliert er häufig mit Wort und Bildkombinationen, die den Betrachter eher verstören, zum Nachdenken anregen, als das Gezeigte leichtfertig zu erhellen. Seine Zeichnungen sind meistens skizzenhafte Fragmente, die oftmals auf ausgefranstem vergilbtem Papier entstehen. Aber auch Rauminstallationen gehören zu seinem Schaffensbereich, die er bis ins kleinste Detail ausarbeitet. Ähnlich wie bei seinen Grafiken und Skizzen beweist er ein feines Gespür für große Überraschungen. Dies bewies und beweist er auch in zahlreichen Ausstellungen.

Seine erste Auszeichnung erhielt Peter Engel 1995 bereits durch den Kulturförderpreis der Stadt Coburg. Dem folgten weitere Preise, wie die Debütantenförderung durch das Bayer. Kultusministerium im Jahr 1998, 1999 der Andreas-Paul-Weber Förderpreis des Weber Museums Ratzeburg für seine Karikaturen und Grafiken. Im Jahr 2008 erhielt Peter Engel den Kulturpreis des Kunst- und Gewerbevereins in Regensburg, 2009 den Kulturpreis von EON-Bayern

Es ist mir eine besondere Freude, Ihnen den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg für das Jahr 2009 im Namen des Stadtrats und der Stadt verleihen zu dürfen und so darf ich Ihnen nun die Urkunde überreichen.

Herzlichen Glückwunsch!

 

„Haydn und das Wasser“,

„Schubert und der Wein“ und

„Bach und der Kaffee“ oder „

Biber, Bach & Co“ –

solch phantasiereiche Konzertprojekte zeichnen den Träger des diesjährigen Kulturförderpreises 2009 aus: Nämlich das Ensemble für Alte Musik „LA SFERA“.

1996 in Regensburg gegründet, ist dieses Ensemble ein wichtiges und heute nicht mehr wegzudenkendes Element im Musikleben unserer Stadt – in mehr als 300 Konzerten im ostbayerischen Raum aber auch im Ausland hat es sich einen exzellenten Ruf erworben. Auf lebendige Weise werden wenig bekannte und historisch bedeutende Schätze der Musik zu Gehör gebracht und das ausschließlich auf Originalinstrumenten wie Barockvioline oder Barockcello. Oft werden Werke mit einem direkten Bezug zu Regensburg aufgeführt.“ Als heimisches Ensemble sorgt „LA SFERA“ für ständige Präsenz in der Stadt und pflegt ganz bewusst die Alte Musik Regensburgs. Die Mitglieder des 5-köpfigen Ensembles, Claudia Böckl und Randolf Jeschek an der Barockvioline, Udo Klotz an der Viola da Gamba, Fred Flassig auf dem Barockcello und Hans Pritschet am Cembalo, sind allesamt Musiker und Musikwissenschaftler und arbeiten auch mit anderen Chören und Musikern zusammen.

Gerne nimmt das Ensemble auch Programme auf, die sich an den Jahresthemen des Kulturreferates orientieren.

Neben der Pflege der Alten Musik setzt sich LA SFERA auch für zeitgenössische Musik ein, vor allem für Komponisten der jüngeren Generation aus dem ostbayerischen Raum. Allein 20 Uraufführungen kann das Ensemble LA SFERA sich zurechnen lassen, die der Regensburger Komponist Thomas Humbs für LA SFERA geschrieben hat.

Das Ensemble, das auch von der Presse hoch gelobt wird und Zitat: „einen Kunstgenuss besonderer Art“ bietet, schafft es, mit seiner barocken Spielweise, der Phrasierung und der Artikulation einen möglichst authentischen Klang zu erzielen.

Der Stadtrat von Regensburg hat Ihnen auf meinen Vorschlag einen Kulturförderpreis 2009 zugesprochen. Ich gratuliere Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

Josef-Engert-Preis

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Frau Dr. Sabine Koller,

sehr geehrter Herr Witalij Schmidt,

sehr geehrte Frau Evita Wiecki,

der Rektor der Universität hat Sie für Ihr Übersetzungs- und Ausstellungsprojekt „ein Tag im jüdischen Regensburg“ für den Professor-Josef-Engert-Preis vorgeschlagen.

Die Ausstellung „Ein Tag im jüdischen Regensburg mit Joseph Opatoshu und Marc Chagall“ erwies sich als eine „Erfolgsstory“. Sie hat im Historischen Museum der Stadt Regensburg Tausende Besucher angezogen und ist deshalb um 2 Monate verlängert worden.

Wie kam es zu dieser Erfolgsgeschichte?

Ausgangspunkt bildete die Jahresausgabe 2008 des Europaeums „Regensburg Europäisch“, in der Frau Dr. Koller die Neuentdeckung der jiddischen Novelle des polnischen Juden Joseph Opatoshu (aus USA) erstmals vorgestellt hat. Das Thema führt zurück in die Geschichte der Stadt Regensburg: Es war die Vertreibung von fast 600 Juden aus Regensburg im Februar 1519, die den jiddischen Autor Joseph Opatoshu 1933 zu der Erzählung „Ein Tag in Regensburg“ inspirierte und die dann von seinem langjährigen Freund Marc Chagall mit einem Frontispiz versehen wurde.

Die Preisträger haben die umfangreiche Novelle in „Ein Tag im Regensburg“ am Institut für Slavistik der Universität Regensburg erstmals aus dem Jiddischen ins Deutsche übersetzt. Die Buchvorstellung in der Jüdischen Gemeinde Ende 2008 wurde zu einem in der Stadt viel beachteten Erfolg.

Es ist dem Kurator der Ausstellung Witalij Schmidt, Frau Dr. Koller als Initiatorin und Ideengeberin und Frau Evita Wiecki (sprich Wiezki) als hervorragender Spezialistin für das Jiddische gelungen, hier eine wissenschaftliche und pädagogisch-künstlerische Leistung zu erbringen, die Universität und Stadt auf das fruchtbarste verbunden haben. Das Interesse in der Region Regensburg für seine jüdische Vergangenheit, aber auch der jüdische Reichtum der Stadt sind mit diesem Unternehmen der MitarbeiterInnen der Slavistik erheblich gewachsen. Ein Verdienst, das gar nicht hoch genug zu schätzen ist. Für diese herausragende Leistung überreichen wir Ihnen mit Freude und in großer Anerkennung den diesjährigen Professor-Josef-Engert-Preis der Stadt Regensburg.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für Ihre weitere berufliche Entwicklung.