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Eröffnung Slowenischer Lesesaal im Wissenschaftszentrum Ost-und Südosteuropa Regensburg

Rede von BürgermeisterGerhard Weber zur Eröffnung des Slowenischen Lesesaales am Mittwoch, 1. Juli 2009, Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa Regensburg, 14 Uhr

Anrede

Die Menschen in Regensburg haben in den vergangenen Jahrhunderten schon immer den Blick nach Osten gerichtet, oder lassen sie es mich so sagen: Regensburg war schon immer eine geostete Stadt - politisch, wirtschaftlich, kirchen- und kunstgeschichtlich.

Bereits im Jahre 845 ließen sich 14 Adlige aus West- und Südböhmen in Regensburg taufen, das Bistums Prag wurde 973 durch Bischof Wolfgang von Regensburg mitbegründet und Handelsbeziehungen gingen im Mittelalter sogar bis Kiew.

Durch seine geographische Lage hatte Regensburg die Teilung Europas durch den sogenannten „Eisernen Vorhang“ besonders schmerzlich erfahren. Gerade deshalb sind die Kontakte nach Ost- und Südosteuropa seit 1989 sehr zahlreich, die von Regensburg aus in den unterschiedlichsten Bereichen geknüpft wurden und werden.

So freut es mich, dass im Jahre 2002 das Südost-Institut seinen Weg von München nach Regensburg fand und später mit dem Institut für Ostrecht und dem Osteuropa-Institut im Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa eine gemeinsame Wirkungsstätte gefunden hat.

Unsere Stadt hat sich nicht nur aus ihrer bewegten Geschichte mit ihren zahlreichen, im eigentlichen Sinne des Wortes, „Orientierungen“ als Standort qualifiziert. Durch ihre aktuellen Ost-Kontakte bietet sie beste Bedingungen für eine erfolgreiche Arbeit.

Das Bayerische Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa; die Bayerische Hochschulkontaktstelle für das östliche Europa; das Europaeum - oder auch das Bohemicum Regensburg-Passau sind nur einige der vielen Einrichtungen, die hervorragende Bedingungen für einen gelungenen Ost-Dialog darstellen.

Dass auf slowenischer Seite bereits ein „Deutscher Lesesaal“ in Ljubljana existiert, ist ein deutliches Zeichen des gegenseitigen Interesses aneinander.

Im Namen der Stadt Regensburg darf ich allen Verantwortlichen zu diesem weiteren bedeutenden Schritt in der Völkerverständigung recht herzlich gratulieren.

Ich wünsche der Arbeit des Slowenischen Lesesaales viele fruchtbare Synergieeffekte im Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa Regensburg.

Ich wünsche uns allen auch, dass dieser Lese-Saal nicht nur ein Lese- sondern auch ein Hör-Saal sein möge. Ein Ort des aufeinander Hörens, des von einander Lernens und damit des aufeinander Zugehens.

Alles Gute!