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70. Geburtstag Bürgermeister a.D. Alfred Hofmaier

 -Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger zum Empfang anlässlich des 70. Geburtstages von Bürgermeister a.D. und Stadtrat a.D. Alfred Hofmaier am 21. Juli 2008 um 10.30 Uhr im Alten Rathaus, Kurfürstenzimmer

 

Anrede

lieber Alfred, lieber Jet,
wenn ich mit Dir in die Runde der Gratulanten schaue, die heute gekommen sind, um Dir Glück zu wünschen, um Deinen Geburtstag mit Dir gemeinsam zu feiern, um DICH zu feiern, dann finde ich bestätigt: Hier wird ein besonderer, ein „runder“ Geburtstag, einer Persönlichkeit gefeiert, die eine besondere Wertschätzung genießt.

Dass dieser „runde“ Geburtstag der 70. sein soll, kann ich kaum glauben, denn mit so viel Elan, Schaffensfreude und einem unermüdlichen Engagement entsprichst Du in keiner Weise dem Bild eines 70jährigen.

Du bist aktiv geblieben, noch immer voller Tatendrang, und das ist es, was Dich jung hält. Dir würde ich den Ausspruch zutrauen, den Willy Brandt getan hat, als er etwa so alt war wie Du heute. Er meinte damals: „Langsam komme ich in das Alter, in dem Adenauer zum ersten Mal zum Bundeskanzler gewählt wurde.“

Bis zum Bundeskanzler wirst Du es wohl doch nicht mehr bringen, aber bundespolitisches Engagement und Karriereplanung hattest du ohnehin nie im Sinn. Deine Karriere war nie „geplant“, sie ist vielmehr gewachsen aus Deinem Wunsch und Deinem Willen, Verantwortung zu übernehmen, sich einzumischen statt tatenlos zuzusehen. Das ist Dein Naturell, Du konntest gar nicht anders.

Immer war dabei Deine Welt das kommunale Geschehen, denn Du bist seit jeher verwurzelt mit Deiner Heimatstadt und dort vor allem mit Stadtamhof. Dort bist Du vor 70 Jahren zur Welt gekommen, in einer Zeit, in der für Dich und Deine vier Geschwister eine unbeschwerte Kindheit kaum zu erwarten war. Doch bis zu Deiner Einschulung war der Krieg zu Ende, Deine Erfolgsgeschichte begann.

Deine schulische und berufliche Laufbahn ringt vielen hohen Respekt ab. Schritt für Schritt hast Du Dich durch Weiterbildungen und Studien bis zum Diplomverwaltungswirt qualifiziert.

Lieber Alfred, nach der chinesischen Astrologie bist zu im Sternzeichen des Tigers geboren. Er wird als selbstsicher beschrieben. Ihm werden Führungsqualitäten zugeschrieben, die er „in fast allen Lebenssituationen unter Beweis stellt“.

Wörtlich habe ich diese Charakterisierung gefunden: „Sein gut ausgeprägtes Organisationstalent verleiht den Tigern die Fähigkeit, auch das größte Chaos in Ordnung zu verwandeln. Tiger wissen meist auch in den schwierigsten Situationen, wie sie sich behelfen können.“

Du wusstest Dir immer zu helfen. Nur so hast Du es geschafft, Dich neben Deinem beruflichen Engagement auch noch politisch einzumischen,
in der JU zuerst, dann in der CSU.

Die Regensburgerinnen und Regensburger honorierten Deine Arbeit, indem sie Dich 1972 in den Stadtrat wählten. 1978 bist Du Bürgermeister geworden. Du hattest immer ein offenes Ohr für die Belange der Jugendlichen und hast Dich intensiv mit sozialpolitischen Fragen beschäftigt. Hier hast Du auch die Schwerpunkte Deiner Arbeit als Bürgermeister gesetzt.

Ich will jetzt nicht – ich kann gar nicht - all Deine Aufgaben, Funktionen, Verdienste und Ehrungen aufzählen, das würde den Rahmen einer Geburtstagsrede sprengen.

  • Du hast dem Bezirksrat angehört,
  • hast in den verschiedensten Gremien des Bayerischen und des Deutschen Städtetags fungiert.
  • hast Dich in vielen Organisationen eingebracht, von der Europa-Union bis zum Kunst- und Gewerbeverein.
  • Lange Zeit warst Du Bezirksvorsitzender bei Kolping,
  • Kreisvorsitzender im BRK und
  • mit Herzblut und besonderer Verbundenheit Mitbegründer und Vorsitzender des Heimatvereins Statt am Hoff. Nicht nur Deine Liebe zur Brauchtumspflege war die Triebfeder dafür, Du wolltest auch hier Kommunikation und Verbundenheit fördern. Stadtamhof hat mit „Deinem“ Verein auch ein Stück mehr Selbstbewusstsein und Identität bekommen.

So viel Engagement bleibt natürlich nicht verborgen. Du hast eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten, sichtbare Zeichen für Würdigung und Anerkennung einer Lebensleistung.

„Sie haben sich durch Ihren herausragenden Einsatz auf kommunaler, sozialer und kultureller Ebene große Verdienste um das Wohl der Allgemeinheit erworben“, sagte Staatssekretär Hans Spitzner, bei der Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, das Bundespräsident Roman Herzog Dir 1995 verliehen hat. Und er fuhr fort: „Sie gehören zu den Menschen, die stets die Belange ihrer Mitmenschen über die eigenen Interessen stellen.“ Ich kann dem nur beipflichten.

So gratulieren wir heute einem überragenden Politiker – im doppelten Sinn des Wortes. Weil Du Dir Deinen Erfolg mit viel Einsatz und Fleiß erarbeitet hast, war er Dir von allen gegönnt; doch ein bisschen Neid haben nicht wenige empfunden, wenn sie sich neben dem herausragenden Hofmaier noch aufs Pressefoto drängen wollten. Da hattest Du ohne eigenes Zutun allen etwas voraus.

Dass Du es so manches Mal lieber gehabt hättest, wenn die Presse Dich nicht in den Fokus rückt, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich hat es in Deinem Leben und in Deiner Laufbahn nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen gegeben hat, mit Rückschlägen, die schmerzhaft waren.

Doch trotz manch kritischer Schlagzeile haben die Regensburgerinnen und Regensburger Dir, lieber Alfred, immer ihr Vertrauen geschenkt. Sie haben es geschätzt, dass Du selbst am Höhepunkt Deiner Karriere nie abgehoben hast, dass Du Dich für sie eingesetzt hast und sie haben es honoriert, dass Du immer Mensch geblieben bist – tolerant, witzig und voller Humor.

Sehr gut erinnere ich mich an Deine Rede, die Du in diesem Jahr im Stadtrat gehalten hast, aus dem Du nach 36 Jahren ausgeschieden bist. Damals hast Du wie immer klare, deutliche Worte gefunden. Der respektvolle Umgang miteinander, sei es in der eigenen Partei oder parteiübergreifend, lag Dir am Herzen, auch wenn Du selbst nun nicht mehr dabei bist. „Tiger sind Idealisten“, sagt die chinesische Astrologie. Und: „Sie haben Autorität.“

Lieber Alfred, Du hast Dich jedoch noch längst nicht aus der Kommunalpolitik verabschiedet, aber Du darfst ein bisschen kürzer treten. Betrachte es so, wie der chinesische Philosoph Konfuzius sein Alter mit 70 Jahren gesehen hat. Er meinte:

  • „Als ich fünfzehn war, war mein ganzer Wille aufs Lernen ausgerichtet.
  • Mit dreißig stand ich fest.
  • Mit vierzig hatte ich keine Zweifel mehr.
  • Als ich sechzig war, hatte ich ein feines Gehör, um das Gute und das Böse, das Wahre und das Falsche herauszuhören.
  • Mit siebzig konnte ich den Wünschen meines Herzens folgen, ohne das Maß zu überschreiten.“

Ich wünsche Dir, lieber Alfred, dass Du jetzt –mit 70 und ohne die zeitaufwändige Arbeit im Stadtrat - die Ruhe findest, um auf Dein „Herz“ zu hören, das vor allem Deiner Familie gehört, Ihnen, liebe Frau Hofmaier, und Ihren Kindern und Enkeln.

Lange genug mussten Sie ihn mit uns teilen. Doch er hätte solche Erfolge nicht erreicht, wenn er nicht eine Frau gehabt hätte, die Verständnis aufbringt und seine Interessen mit trägt und unterstützt, obwohl – ich komme noch mal auf die Charakterisierung des Sternzeichens zurück - „der Umgang mit dem agilen Tiger bisweilen etwas anstrengend sein kann“.
Wir danken Ihnen, verehrte Frau Hofmaier, dass sie unseren „agilen Tiger“ so gut gepflegt haben.

Dir, lieber Alfred, gelten Anerkennung und Dank und unsere Glückwünsche.

Damit Du auch zu Hause die Stadt, der Du so verbunden bist, vor Augen hast, haben wir für Dich ein Bild des Regensburger Malers Willi Ulfig ausgewählt. Auch er hat unser Regensburg geliebt und aus immer wieder neuen Perspektiven festgehalten. Die Kirche, der Du eng verbunden bist, und das Rathaus, in dem Du Dich um die Entwicklung dieser Stadt und um ihre Menschen angenommen hast, stehen auf diesem Bild im Vordergrund.

Wir danken Dir und wir wünschen Dir von Herzen Glück, Gesundheit und Gottes Segen.