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Empfang des Ausländerbeirates

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort von Herrn Bürgermeister Gerhard Weber anlässlich des Empfangs des Ausländerbeirates im Salzstadel (Brücksaal), am 27.02.2008 um 18.00 Uhr

 

Sehr geehrter Herr Ataman,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

unser damaliger Bundespräsident Johannes Rau betonte in seiner mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Berliner Rede im Mai 2000, dass das Zusammenleben in Deutschland eines der wichtigsten Themen für die Zukunft der Gesellschaft ist.

Was für ganz Deutschland gilt, gilt natürlich auch für Regensburg. Um dieses Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zugewanderten zu fördern, hat die Stadt Regensburg 1993 den Ausländerbeirat ins Leben gerufen. Derzeit leben in Regensburg rd. 14.000 ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Der Ausländerbeirat fördert die Interessen der in Regensburg lebenden Ausländer, unabhängig von ihren politischen, konfessionellen oder verbands-gebundenen Überzeugungen. Er hat die wichtige Aufgabe, den Stadtrat in allen Fragen, die die ausländischen Mitbürger allgemein betreffen, zu beraten. Ziel des Ausländerbeirates ist es, das gegenseitige Verständnis zwischen der deutschen und der ausländischen Bevölkerung zu fördern und die Lebensverhältnisse der hier lebenden Ausländerinnen und Ausländer zu verbessern. Die Arbeit des Ausländerbeirates trägt mit dazu bei, ein harmonisches Zusammenleben von Ausländern und Deutschen zu fördern.

Der Integrationsprozess verlangt Offenheit von allen. Dies bedeutet, dass beide Seiten Verständnis füreinander haben sollen und sich dabei respektvoll behandeln.

Dabei können wir mit Freude feststellen, dass in unserer schönen Stadt Regensburg alle Bevölkerungsgruppen bisher weitgehend problemlos miteinander leben. Dass dies keineswegs selbstverständlich ist, beweisen bedauerliche Vorkommnisse in anderen Städten. Damit aber die gute Situation in Regensburg so bleibt, müssen wir uns alle gemeinsam anstrengen. Wer in der Realität verhaftet ist, der muss davon ausgehen, dass Deutsche und Ausländer auf Dauer in Deutschland zusammenleben werden.

Johannes Rau drückte das in dem Satz aus: „Dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur in unserem Land zusammenleben, wird sich nicht mehr ändern.“ Und er weist darauf hin, „dass das Zusammenleben auch schwierig und anstrengend ist. Wer dies leugne, sei mit Appellen zu mehr Toleranz unglaubwürdig.“

Ich plädiere nachdrücklich dafür, von Illusionen sowohl auf Seiten der deutschen als auch der ausländischen Mitbürger Abstand zu nehmen. Keine Gruppe darf die andere überfordern, gegenseitige Rücksichtnahme muss von allen verlangt werden. Und wieder zitiere ich unseren früheren Bundespräsidenten: „Berechtigte Sorgen müssen ernst genommen werden, Vorurteilen aber soll nachdrücklich widersprochen werden.“ Und Rau fährt fort: „Wer nach Deutschland kommt, muss wissen, was ihn erwartet und was von ihm erwartet wird. Wer nach Deutschland kommt, muss die Regeln in diesem Land akzeptieren.“

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Mitglieder des Regensburger Ausländerbeirates bemühen sich seit seiner Gründung, aus einem distanzierten Nebeneinander ein freundschaftliches Miteinander zwischen der ausländischen und der deutschen Bevölkerung zu schaffen. Sie haben damit einen bedeutenden Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben verschiedener Gruppen in unserer Stadt geleistet. Trotz aller Fortschritte wird diese Aufgabe noch auf lange Zeit die wichtigste Arbeit des Ausländerbeirates darstellen.

Ich danke allen Mitgliedern des Ausländerbeirates an dieser Stelle ganz herzlich für ihr großes Engagement und ihre ehrenamtliche Arbeit, natürlich allen voran dem Vorsitzenden, Herrn Burhanettin Ataman und seinem Vertreter, Herrn Panagiotis Tsakalakis. Durch ihren persönlichen Einsatz, durch ihre Teilnahme an den Sitzungen, durch ihre Organisation von und ihr Mitwirken bei Veranstaltungen in unserer Stadt und nicht zuletzt durch Sprechstunden im Büro, wird die Arbeit des Ausländerbeirates getragen.

Ich begrüße es sehr, dass die Mitglieder des Ausländerbeirates mit dem heutigen Empfang die wichtige Arbeit dieses städtischen Gremiums einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen. Ich denke, die rege Teilnahme an diesem Empfang zeigt, dass viele Mitbürger und Vertreter von Behörden, Verbänden und sonstigen Organisationen den Wunsch haben, das ihre dazu beizutragen, das Miteinander von Ausländern und Deutschen als das zu erkennen, was es ist, nämlich als eine gemeinsame Aufgabe unserer Gesellschaft.

Christian Morgenstern hat einmal gesagt:
„Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.“

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen und unterhaltsamen Abend und dem Ausländerbeirat weiterhin viel Erfolg!