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Verleihung städtischer Auszeichnungen

 -Es gilt das gesprochene Wort-

Laudationes von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Verleihung der Silbernen Bürgermedaille, der Stadtschlüssel, des Kulturpreises, der Kulturförderpreise sowie des Prof.-Josef-Engert-Preises am Samstag, 10. November 2007, 20 Uhr, Altes Rathaus, Reichssaal

 

Silbernen Bürgermedaille
an Herrn Stadtrat Horst Eifler und Herrn Stadtrat
Franz Schlegl

Im Jahre 1913 beschloss der Magistrat der Stadt Regensburg, Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das Wohl oder das Ansehen der Stadt verdient gemacht haben, mit einer Bürgermedaille auszuzeichnen.

In diesem Jahr werden die Stadträte Horst Eifler und Franz Schlegl mit der Silbernen Bürgermedaille geehrt.

„Willst du in Ruhe und Frieden leben, lass kein Ehrenamt dir geben!“ Diese Warnung von Joachim Ringelnatz haben sowohl Horst Eifler, als auch Franz Schlegl in den Wind geschlagen. Beide gehören seit 1972, also seit
35 Jahren ohne Unterbrechung dem Stadtrat der Stadt Regensburg an.
Die Verleihung der Silbernen Bürgermedaille ist ein Zeichen der Dankbarkeit und der Anerkennung für Leistungen, die beide zum Wohle der Stadt erbracht haben.

Leistung zahlt sich aus, so eine landläufige Meinung. Für das Ehrenamt eines Stadtrates gilt dies nur bedingt.
Mit dem kommunalen Ehrenamt sind eher erhebliche Opfer verbunden.

Zählt man die Dauer sämtlicher Sitzungen und sonstiger Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit der Stadtratstätigkeit stehen, zusammen, so waren es in den vergangenen 35 Jahren nicht nur Wochen und Monate, sondern sicherlich Jahre, die beide unter Zurückstellung von persönlichen Interessen und Hobbies und vor allem zu Lasten der eigenen Familie aufgewendet haben.

Sehr geehrter Herr Eifler,
ein Zeitungsbericht, der vor einigen Jahren aus Anlass Ihres
65. Geburtstages erschienen ist, trägt die Überschrift „Das Lächeln der CSU“. Weiter wird in dem Artikel ausgeführt, dass im dortigen Zeitungsarchiv nur lächelnde und lachende Bilder von Ihnen zu finden sind. Ich meine, dass dies eine zutreffende Beschreibung Ihrer Persönlichkeit ist.

Sie gehen stets unkompliziert und natürlich auf die Menschen zu, um Bürgernähe brauchten Sie sich nie zu bemühen, vielmehr verkörpern Sie diese zwanglos aus Ihrer positiven Lebenseinstellung heraus und der Haltung gegenüber Ihren Mitmenschen.

Seit 1972 gehören Sie dem Stadtrat der Stadt Regensburg an, 1984, in einer Ära großer Dynamik, haben Sie für sechs Jahre das Amt des dritten Bürgermeisters ausgeübt. Damals stand Regensburg in einer neuen Gründerzeit, die der Stadt einen bedeutenden Schub nach vorne verschaffte. Die Stadt begann wieder zu wachsen und sich zu entwickeln. Der Bau des BMW-Werkes fällt beispielhaft in diese Zeit.

Ihre Arbeit im Rathaus erledigten Sie mit der gewohnten Bescheidenheit, aber hoher Kompetenz, mit Toleranz und Fairness.
Dabei sind Sie kein Mensch, der einer Auseinandersetzung aus dem Weg geht, aber Sie sind immer ein Mann des Ausgleichs geblieben. Sie haben nie etwas übers Knie gebrochen und Ihre verbindliche Art stets beibehalten. Jede Form politischer Marktschreierei lehnen und lehnten Sie ab, Witz und Humor dagegen sind nie auf der Strecke geblieben, auch in Ihrer Tätigkeit für Bund Naturschutz, SV Fortuna, Kolpingwerk oder Mieterbund Regensburg nicht.
Die Menschen in unserer Stadt schätzen Sie als verlässlich und ehrlich.

Seit 35 Jahren tun Sie weit mehr als Ihre Pflicht, ohne dafür großen Dank zu erwarten. Sie sind aus dem Holz geschnitzt, aus dem Kommunalpolitiker sein sollten.

Eine Wurzel Ihres Handelns mag darin liegen, dass Sie überzeugter Katholik sind. Als langjähriges Kolpingmitglied nehmen Sie die Verantwortung des Christen für Staat und Gesellschaft ernst und leben danach. Das gilt auch für Ihre Funktion als Fraktions-vorsitzender oder als Bezirksrat.

Die Verantwortung für das Gemeinwohl ist Ihre persönliche Messlatte. Mit Ihrem umfangreichen Fachwissen und mit großem persönlichem Einsatz leisten Sie seit 35 Jahren wertvolle Arbeit für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger.
Der Stadtrat der Stadt Regensburg hat Ihnen in Würdigung Ihrer Verdienste in seiner Sitzung am 23. Oktober 2007 die Silberne Bürgermedaille verliehen.
Zu dieser Auszeichnung gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.

Sehr geehrter Herr Schlegl,
auch Sie engagieren sich seit vielen Jahren mit Leib und Seele in der Kommunalpolitik. Seit 1972 sind Sie als ehrenamtliches Stadtratsmitglied tätig.

Ihre Arbeit kann man unter anderem mit vielen Veranstaltungen charakterisieren, deren Ziel es war, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger des Stadtnordens zu stärken. Ich denke dabei beispielsweise an das Wutzlhofener Bürgerfest, das Starkbierfest auf dem Flachlberg oder den alljährlichen politischen Frühschoppen.
Als Mitglied des Stadtrates nahmen Sie zusätzlich zu den Verpflichtungen, die dieses Amt mit sich bringt, auch
24 Jahre lang die Funktion des stell-vertretenden Fraktionsvorsitzenden wahr.

Ihr politisches Mandat verstehen Sie immer als Auftrag der Bürgerinnen und Bürger. Probleme, die von den Bürgerinnen und Bürgern Sie herangetragen werden, nehmen Sie ernst und versuchen, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden.

„Verständliche Sprache bei einem Politiker zeugt von gutem Gewissen“ so sagte einmal André Malraux. Sie gehören zu denen, die ruhigen Gewissens sein können. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, sagen offen, was Sie denken und stehen zu Ihren Aussagen. Ihre Ehrlichkeit wird von allen geschätzt.
Besonders am Herzen liegt Ihnen „Ihr“ Stadtbezirk Konradsiedlung-Wutzlhofen. Mit großem Engagement haben Sie sich über Jahre hinweg für Verbesserungen in diesem Stadtbezirk eingesetzt. Ob es um die Realisierung von Bebauungsplänen, den Ausbau von Straßen, die Neuregelung des Ablösungsverfahrens für Siedlungsparzellen, die Schaffung von Wohnraum für junge Familien, die Abwicklung des Genossen-schaftseigentums in der Konradsiedlung oder das Weiterbestehen der Ambulanten Krankenstation St. Konrad ging, immer standen Sie den Betroffenen mit Engagement zur Seite.

Einsetzen heißt immer auch mit gestalten. Sie haben die Entwicklung unserer Stadt, das Lebensumfeld vieler Menschen, kräftig mit gestaltet.

Sie haben durch Ihr ehrenamtliches Engagement in der Kommunalpolitik, in der Siedlervereinigung Regensburg oder als Vorsitzender des Fördervereins Ambulante Krankenpflegestation St. Konrad die soziale, die kulturelle und die wirtschaftliche Substanz unserer Stadt gemehrt.

Die großen Verdienste um die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger, die Sie sich über Jahrzehnte hinweg erworben haben, hat der Stadtrat der Stadt Regensburg in seiner Sitzung am 23. Oktober 2007 ebenfalls mit der Silbernen Bürgermedaille gewürdigt. Herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Ehrung.

Stadtschlüssel
an Herrn Hans Moritz

2004 hat der Stadtrat der Stadt Regensburg die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ geschaffen. Mit den „Stadtschlüsseln“ können Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben haben.

In seiner Sitzung am 23. Oktober 2007 hat der Stadtrat beschlossen, Herrn Hans Moritz mit den Stadtschlüsseln zu ehren.

Sehr geehrter Herr Moritz,
nach Ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Militärmusikdienst übernahmen Sie 1990 die musikalische Leitung des Jugendblasorchesters St. Konrad. Ursprünglich war von einer einjährigen Zusammenarbeit die Rede. Es zeugt von der besonderen Qualität Ihrer Arbeit, dass diese erst 2006, nach
16 erfolgreichen Jahren, beendet wurde.

Als Dirigent und musikalischer Leiter zeichneten Sie für das pädagogische und musikalische Konzept des JBO verantwortlich. Im Vordergrund Ihrer Arbeit standen eine fundierte Ausbildung und die positive Weiterentwicklung der jungen Musiker.

Den hohen Leistungsstand, den die jungen Musiker unter Ihrer Führung erreichten, zeigen die Auszeichnungen und Preise, die das Jugend-blasorchester in den vergangenen Jahren erringen konnte.

Ein Erfolgsgarant Ihrer Arbeit war Ihr väterlicher Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, der allen noch gegenwärtig ist. Sie verstanden es immer, Freude an der Musik zu vermitteln. Die jungen Musiker spielten gerne unter Ihrer Leitung und blieben dem Orchester lange treu.

Sie haben aber nicht nur interessierte Jugendliche musikalisch ausgebildet, vielmehr führten sie diese darüber hinaus zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung, lehrten sie Gemeinschaftssinn und Verantwortungsbewusstsein. Ihr unermüdliches persönliches Engagement war ein maßgeblicher Beitrag für eine gelungene, aktive Jugendarbeit.

Zu den festen Bestandteilen im Kalender des JBO gehören auch die Pflege internationaler Kontakte, wie beispielsweise mit der Millander Blasmusik aus unserer Partnerstadt Brixen und dem Orchester „Tita Michelas“ aus Fiumicello, genauso auch der Einsatz für soziale Belange.

Sehr geehrter Herr Moritz, Sie haben sich zweifelsohne besondere Verdienste um das Musikleben und um die Jugendarbeit in der Stadt Regensburg erworben.

Der Stadtrat der Stadt Regensburg hat Ihr Engagement mit der Verleihung der Stadtschlüssel gewürdigt. Ich freue mich, Ihnen diese Auszeichnung überreichen zu dürfen.

Kulturpreis
an Frau Renate Hünlich

Verehrte Frau Hünlich,
Sie genießen als Schauspielerin in Regensburg hohes Ansehen und große Anerkennung. Deshalb freue ich mich, Ihnen den Kulturpreis 2007 in Anerkennung ihres Lebenswerks überreichen zu dürfen.

Renate Hünlich, geboren am 2. September 1927 in Oberschlesien, begann ihre Ausbildung im August 1945 in Dresden, als die dortige Schauspielschule ihre Pforten öffnete. Das erste Engagement führte die junge Schauspielerin nach Zwickau, weitere folgten in Bauzen und Halle. 1953 flüchtete Renate Hünlich in die Bundesrepublik. Hier fand sie Engagements zunächst an verschiedenen Häusern in Nordrhein-Westfalen.

Ein Besuch bei befreundeten Kollegen führte Renate Hünlich nach Regensburg. Sie sprach am hiesigen Theater für einen Stückvertrag als Orsina in Lessings „Emilia Galotti“ vor und bekam prompt eine Gastrolle. Der damalige Intendant Stortz bot der jungen Schauspielerin danach einen Festvertrag für vier Jahre an, den sie gerne annahm und als Maria Stuart antrat.

Als das Ensemble in Rheydt, wohin sie mit ihrem Mann gewechselt war, nach vier Jahren aufgelöst wurde, schrieb Renate Hünlich an den Regensburger Intendanten von Collande, der sie sogleich zur Spielzeit 1966/67 engagierte.

Ihre Sehnsucht nach Regensburg war nämlich geblieben. Die Stadt, der sie seither treu geblieben ist, wurde zu ihrer Wahlheimat.

In den knapp vierzig Jahren ihres künstlerischen Schaffens am Theater Regensburg spielte sie nahezu alle bedeutenden Rollen Ihres Fachs, die großen klassischen und die modernen. Sie hat durch Ihre starke Bühnenpräsenz und ihre Sprechtechnik Maßstäbe gesetzt. Das Theater Regensburg ist heute froh, „die Hünlich“ nach dem Antritt der Pension immer wieder auf „die Bretter, die die Welt bedeuten“, locken zu können. Das Angebot, mit einer „Abschiedsrolle“ in den Ruhestand zu treten, hat sie ausgeschlagen, typisch für diese hochprofessionelle Vollblutschauspielerin.

Vierzig Jahre an ein und demselben Haus, das ist am Theater eine fast einmalige Situation. Renate Hünlich blieb dem Regensburger Theater treu, auch wenn andere Verträge in anderen Häusern lockten. Sie hat nicht nur Kreativität, Phantasie und Können in das Ensemble investiert, sondern auch Leidenschaft und Herzblut. Beides strahlte sie stets auf der Bühne aus. Zwei Generationen von Regensburger Theaterbesuchern ist sie so in lebhafter Erinnerung.

Renate Hünlich, die Grande Dame des Regensburger Theaters, genießt als hochprofessionelle Schauspielerin großes Ansehen beim Publikum, im Ensemble bei den Kollegen, bei den Regisseuren und bei den Intendanten. Mit nie nachlassender Energie und großer künstlerischer Sensibilität gestaltete sie ihre Rollen. Michael Bleiziffer, Oberspielleiter am Regensburger Theater, spricht vom „Wort, das Fleisch wird“. Aus dem Theater hört man, sie kam nie unvorbereitet zur Probe – und Vorbereitung ist mehr, als nur den „Text zu können“. Sie war Mittelpunkt des Ensembles, Mittelpunkt der Theater-Familie.

Mit ihrem außerordentlichen Können, ihrer Ausstrahlung und ihrem Charisma hat sie Kollegen wie Theaterbesucher reich beschenkt. Renate Hünlich ist lebende „Regensburger Theatergeschichte“.

Drei Dinge, würde Renate Hünlich, wie sie selbst sagt, in ihrem Leben immer wieder tun: ihren Mann heiraten, von Ost nach West gehen und in Regensburg Schauspielerin werden.

Sehr geehrte Frau Hünlich, ich freue mich sehr, Ihnen heute den Kulturpreis der Stadt Regensburg 2007 verleihen zu dürfen. Ich gratuliere Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.
Sie hat folgenden Wortlaut:
„In Würdigung ihrer herausragenden Verdienste um das Kulturleben der Stadt verleiht die Stadt Regensburg Frau Renate Hünlich den
Kulturpreis 2007.
Regensburg 10. November 2007“.
Herzlichen Glückwunsch!

Kulturförderpreise
an den Universitätschor Regensburg, an Frau Dorothée Velten und Frau Notburga Karl

Sehr geehrte Sängerinnen und Sänger des Universitätschores Regensburg,

schon seit 50 Jahren gibt es diesen Chor, anfangs allerdings – da die Universität damals noch nicht gegründet war – unter dem Namen „Chor der Pädagogischen Hochschule“, gegründet 1958 von Prof. Rudolf Schindler. Als diese im Herbst 1972 in die Universität Regensburg eingegliedert wurde, wurde daraus der „Kammerchor der Universität Regensburg“. Vorrangiges Ziel des Chorleiters und der Sänger war es zunächst, vor allem den Musikstudenten praktische Erfahrung im Singen und Dirigieren zu bieten. Professor Schindler förderte die jungen Talente und führte diese mit großem Engagement und nicht nachlassender Begeisterung zur Musik. Dafür sei Herrn Professor Schindler an dieser Stelle ausdrücklich gedankt!

Mit der Emeritierung von Prof. Schindler übernahm 1983 Kirchenmusikdirektor Christian Kroll, Kulturpreisträger der Stadt Regensburg, die Leitung des Ensembles. Unter seiner Führung wurde aus dem Chor der Musikstudenten ein Konzertchor, der allen Mitgliedern der Universität offen stand. Unter Kroll entwickelte sich der Chor zu einem namhaften Konzertchor, der das Kulturleben nicht nur an der Universität, sondern auch in der Stadt und in der Region in herausragender Weise prägt.

Der Chor arbeitet aber nicht nur mit der Regensburger Musikszene zusammen, er konzertiert auch mit berühmten Klangkörpern, wie beispielsweise mit den Nürnberger, den Münchner und den Prager Symphonikern und mit dem Tschechischen Nationalorchester. Unter den Gastdirigenten ist allen voran Sir Colin Davis zu nennen.
Der Universitätschor Regensburg hat in kontinuierlicher und nachhaltiger Arbeit in über 200 Konzerten nicht nur das Kulturleben der Universität bereichert: vom Campus aus fand der Chor seinen Weg in die Stadt, in die Region und ins benachbarte Ausland, wo er mit zahlreichen Konzerten präsent ist, nicht zuletzt in unseren Partnerstädten. Große Verdienste um das kulturelle Profil der Universität und der Stadt zeichnen den Chor aus.

Sehr geehrte Sängerinnen und Sänger, sie alle leben und wirken mit großem kulturellem Engagement in Regensburg und tragen Bedeutendes zum Kulturleben der Stadt bei. Ich freue mich, Ihnen heute einen Kulturförderpreis der Stadt Regensburg überreichen zu dürfen.

Im Namen der Stadt gratuliere ich Ihnen zu dieser Auszeichnung von ganzem Herzen und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Velten,

selten zeigt sich ein junges Talent mit gleichermaßen großer Ausdrucks- und Überzeugungskraft: Gesang ist die offensichtliche Leidenschaft der 1983 geborenen Dorothée Velten. Ihren ersten Unterricht erhielt sie bei ihrem Vater Hubert Velten, damals Kirchenmusikdirektor an der Kirchenmusikschule in Regensburg. Im Alter von 14 Jahren begann ihre professionelle Gesangsausbildung bei Rita Loving, Solorepetitorin am Nationaltheater München. Bereits zwei Jahre später war sie mehrfache Siegerin des Wettbewerbs Jugend musiziert.

Im Jahr 2000 begann Dorothée Velten mit dem Jungstudium an der Musikhochschule Nürnberg/Augsburg, zwei Jahre später mit dem Grundstudium im Hauptfach Operngesang. Im Nebenfach studiert sie in der Liedklasse. Sie absolvierte Meisterkurse u.a. bei Brigitte Fassbaender.

Nach dem Vordiplom wechselte Dorothée Velten an die Hochschule für Musik und Theater nach Hannover, wo sie einen Meisterkurs bei Irvin Gage belegte. Sie gehört zu den herausragenden Studierenden der Abteilung Gesang, mit großer gestalterischer Phantasie und intuitivem Gespür für Musik und Szene, wie ihr ihre Lehrer in Zeugnissen und Gutachten immer wieder bestätigen. Ihr gesangliches Potential ist sehr verheißungsvoll.
Die Schönheit ihrer Stimme, ihre außergewöhnliche Ausstrahlung und ihr imponierendes schauspielerisches Talent verleihen ihr die für das Opernfach notwendige Bühnenpräsenz.

In ihrer Heimatstadt ist Dorothée Velten regelmäßig präsent: in den letzten sieben Jahren trat sie mit großem Engagement immer wieder auch bei Benefizkonzerten auf.

In den letzten Jahren haben Sie, sehr geehrte Frau Velten, kontinuierlich auf sich aufmerksam gemacht und in der Regensburger Musikszene große Anerkennung gefunden.

Ich bin der Meinung, Sie haben eine vielversprechende Opernkarriere vor sich und freue mich, Ihnen heute einen Kulturförderpreis der Stadt Regensburg überreichen zu dürfen. Ich bin mir sicher, Sie werden diesen Preis als Ansporn nehmen, weiterhin auf hohem künstlerischem Niveau zu arbeiten.
Ich gratuliere Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

Sehr geehrte Frau Karl,

Sie haben, als 1973 geborene Regensburgerin, nach dem Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in München und an der Kunstakademie in Düsseldorf den Weg zurück in ihre Heimatstadt gefunden. Hier haben Sie sich um die Bildende Kunst wie um deren Vermittlung in vielfältiger Weise in der Regensburger Kulturlandschaft verdient gemacht.

Bereits seit Mitte der 90er Jahre macht Notburga Karl mit Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen in München, Köln und Regensburg auf sich aufmerksam. Doch nicht nur hier, sondern auch in den Großstädten der Welt, wie Seoul, Dublin, Belgrad, New York und Minsk zeigte sie ihre Kunstwerke. In New York arbeitete sie 2003/2004 auch als Graduate Student.
Ihre Begabung und ihre pädagogische Fähigkeit brachten der jungen Künstlerin vor zwei Jahren eine Vertretungsprofessur an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ein, die sie mit großem Erfolg und ebenso großem Engagement wahrnimmt.

Besonderes Augenmerk legt die junge Künstlerin auf den Körper. Sie thematisiert fragmentarische Details in Lebensgröße. Ihr Interesse an der Haut hat sich auf das von Oberflächenphänomenen allgemein verlagert. Sie arbeitet dabei mit den verschiedensten Materialien: mit Papier, Gips, Ton oder Fett. Nicht selten setzt sie Videos ein, die ihre Installationen zu faszinierenden Gebilden werden lassen.

In Regensburg ist Notburga Karl immer wieder präsent, so z.B. im letzten Jahr beim „Aktionsfeld Kunst“ des Berufsverbandes Bildender Künstler am Donaumarkt, einer bizarren Ausstellung, die sich mit dem Abbruchareal Donaumarkt beschäftigte:

Auch am diesjährigen Jahresthema „Böhmischer Akzent“ beteiligte sich Notburga Karl beim Container-Projekt Mobility am Haidplatz mit einer Videoprojektion mit dem an Einstein erinnernden Titel „G = m x g“, wo ein Haarschopf bedrohlich auf den Zuschauer zurast, um dann zu einem winzigen Punkt zu schrumpfen.

In ihren Ausstellungen zeigt sich das ungeheuere künstlerische Potential, das in der jungen Künstlerin steckt. Für die Regensburger Kulturszene ist es ein Glücksfall, dass die hochtalentierte Künstlerin Notburga Karl, die bereits internationale Reputation genießt, als freie Künstlerin in ihre Heimatstadt Regensburg zurückgekehrt ist.

Ihr großes Engagement, ihre überragende künstlerische Leistung, ihr pädagogischer Einsatz und ihr Tatendrang sind Indizien für eine vielversprechende Karriere, die diese junge Regensburgerin vor sich hat. Dies würdigt auch in der nächsten Woche der Kunst- und Gewerbeverein mit einem Kunstpreis.

Sehr geehrte Frau Karl, Sie haben sich in den Jahren, in denen Sie in Regensburg tätig sind, mit großem Engagement und großem Erfolg ins Kulturleben der Stadt eingebracht. Dafür gebührt Ihnen großer Dank.

Ich gratuliere Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zum Kulturförderpreis und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

Professor-Josef-Engert-Preis
an Herrn Dr. Robert Grötschel

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Dr. Grötschel,

Ihre Doktorarbeit ist das Ergebnis einer bewundernswert beharrlichen und zielstrebigen Forschung. Sie haben sich für ein besonders Kapitel der Stadt Regensburg engagiert, die Sittlichkeitspolitik des Regensburger Rates und den damit in Zusammenhang stehenden Obrigkeitsdiskurs in Regensburg zwischen Reformation und Aufklärung. Die Arbeit liefert einen grundlegenden Beitrag zu einem pikanten Kapitel der Geschichte unserer Stadt.

Unter dem Titel „Die Grewel … menschlichen Geschlechts“ orientiert sich die Sittlichkeitspolitik des städtischen Rates an der Rezeption des lutherischen Ehekonzeptes.

In der Reichsstadt Regensburg war es dem protestantisch geprägten Rat erlaubt, sexuelle Skandale zu instrumentalisieren, um die eigene Machtposition auszubauen.

Die Regensburger Stadtgeschichts-schreibung ist mit Ihrer Dissertation, die die Prinzipien einer sukzessiven moralischen Bewusstseinsbildung als Leitlinien obrigkeitlichen Handelns in diversen Bereichen darstellt, um eine wichtige Arbeit reicher geworden. Die Gutachter der Dissertation sind sich einig, dass es Herrn Grötschel überzeugend gelungen ist, diesen komplexen Prozess der Herrschaftsverdichtung durch die Auswertung zahlreicher Einzelfälle plausibel zu machen.

Für Ihre herausragende Dissertation überreichen wir Ihnen mit Freude und in großer Anerkennung den diesjährigen Professor-Joseph-Engert-Preis der Stadt Regensburg.

Herzlichen Glückwunsch!